BIOGASMEX – Biogas aus organischen Abfällen und Biomasse in Mexiko

Im mexikanischen Bundesstaat Querétaro werden jährlich mehr als 135.000 Tonnen Gülle aus der Tierhaltung sowie große Mengen Fett und organische Abfälle aus der Fleischverarbeitung erzeugt. Für diese gibt es bisher keine Verwendung, sie erzeugen jedoch große Mengen Treibhausgase. Auf der anderen Seite haben die Unternehmen der Nahrungs- und Futtermittelindustrie einen sehr hohen Wärmebedarf, der momentan aus der Verbrennung von Erdgas gedeckt wird.

Alpakas vor Biogasanlage

© uschi dreiucker / pixelio.de

Das Projekt zielt darauf ab, die bisher in Mexiko ungebräuchliche Biogastechnik in einer neuen, besonders effektiven und zuverlässigen technologischen Variante einzuführen und die Voraussetzungen für eine Referenzanlage am Standort des Futtermittelproduzenten La Perla zu schaffen. Hierfür arbeiten die Brandenburgische Technische Universtät Cottbus-Senftenberg, das Zentrum für Forschung und technologische Entwicklung der Elektrochemie (CIDETEQ) und der Proveedora La Perla S.A. de C.V. zusammen.

Das Unternehmen La Perla ist fest entschlossen, den Großteil seines Wärmebedarfs über Biogas zu decken und dafür eine große zentrale Biogasanlage zu errichten. Deutsche Unternehmen könnten davon profitieren, da es in Mexiko keinen erfahrenen Anbieter gibt. Die jährlichen finanziellen Einsparungen gegenüber Erdgas werden sich auf mehr als 1 Mio. US-Dollar belaufen. Gleichzeitig wird eine deutliche Reduzierung der diffusen Methan-Emissionen erreicht. Die Gär-Reste werden in die Landwirtschaft als Dünger zurückgeführt und damit der Einsatz von Kunstdünger reduziert. Die Durchführung der Potenzialanalyse hat bei CIDETEQ zu einer erheblichen Kapazitätsbildung und zum Erfahrungsgewinn beigetragen, das sich dadurch zum zentralen Biogaskompetenzzentrum Mexikos entwickelt.

Mehrwert der deutsch-mexikanischen Zusammenarbeit

Sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung des Projekts sind ausschließlich durch die seit 2007 bestehende Zusammenarbeit zwischen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und CIDETEQ möglich geworden. CIDETEQ hat dabei insbesondere seine regionale Erfahrung und umfangreiche Kontakte zur Wirtschaft und zu den staatlichen Institutionen eingebracht. Durch den wirtschaftlichen Erfolg eines Vorgängerprojekts konnte diese Zusammenarbeit gefestigt und eine hohe Reputation der Beteiligten in Mexiko erreicht werden.

Austausch und Analyse

In den ersten Monaten der Projektlaufzeit fand bereits der erste Workshop zu Potenzialen für Biomasseproduzenten und die Industrie in Querétaro statt.
Dieser diente der Erläuterung des Projekts, der Motivation und als Kick-off. Es nahmen nicht nur Vertreter der Landwirtschaft und der unmittelbaren Projektbeteiligten teil, sondern insbesondere auch der nationalen Forschungseinrichtung CONACYT, des Umweltministeriums und des Landwirtschaftsministeriums des Bundesstaates Querétaro sowie einige Gäste aus anderen Regionen teil. Seit März 2015 führt die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg gemeinsam mit CIDETEQ eine Analyse des nutzbaren Abfall- und Biomassepotenzials der Region Querétaro durch. Diese steht kurz vor dem Abschluss. Aktuell werden Vorbereitungen für die logistische Systemanalyse und eine erste wirtschaftliche Abschätzung getroffen.

Ansprechpartnerinnen

Inge Lamberz de Bayas
Internationales Büro
Tel.: +49 228 3821 1436
Inge.LamberzdeBayas@dlr.de

 

Dr.-Ing. Violeta Bravo Sepúlveda
Brandenburgische Technische Universtät Cottbus-Senftenberg
Tel.: +49 355 69-3683
bravosep@b-tu.de