Biogene Nebenprodukte aus Palmfettsäure-Destillat als Synthesebausteine für Beschichtungsstoffe (BIOPHOB)

Palm Fettsäure Destillat (PFAD) fällt als Nebenprodukt bei der Palmölraffinerie in großen Mengen an und findet z.Z. Anwendung bei der Herstellung von Billigseifen, als Vorstufe für Tierfutter und als Rohstoff für die Oleochemie. Es gibt seit 2009 auch erste Prozesse, mit denen aus PFAD Biodiesel erzeugt werden kann. Obwohl PFAD durch die Herstellung von Biodiesel einen Preissprung nach oben machte, ist es noch immer günstiger als Palmöl, das preiswerteste Pflanzenöl. Die stoffliche Nutzung von PFAD ist konform mit der Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung, da es sich hierbei um ein Produkt aus nachwachsenden Rohstoffen handelt.

Palme

© Rosel Eckstein / pixelio.de

Fachlicher Hintergrund

In den tropischen Regionen, wie z.B. Indonesien, stellt Veralgung von Fassaden ein immenses Problem dar. Daher ist eine sehr hydrophobe Acrylatdispersion eine interessante Alternative zu konventionellen Fassadenfarben. Jedoch sind Teile ihrer Bausteine relativ teuer. Kostengünstigere hydrophobe Acrylatsynthesebausteine sollen durch eine Umsetzung mit PFAD zugänglich werden.
Obwohl viele westliche Farbhersteller für den asiatischen Markt Anstrichstoffe verkaufen, werden selten speziell für diese Region Produkte entwickelt, obwohl Indonesien nach einer Frost&Sullivan Studie von Dezember 2009 (Strategic Analysis of the Asia Pacific Coating Resin Industry, P35C-39, 12/2009) der größte und aufstrebenste Markt für dekorative Beschichtungen ist (jährliche Wachstumsrate 2006-2008 15,6 %). Hier liegt für die Zukunft ein enormes Marktpotential brach, was jetzt durch gezielte Forschung und Entwicklung erschlossen werden kann.

Projekt und Ziele

Die Entwicklung von neuartigen biobasierten, hydrophoben Acrylatdispersionen als Beschichtungsstoff dient als Pilotprojekt, um an der University of Gadja Mada (UGM) ein gemeinsam nutzbares Labor aufzubauen. Durch die Kombination von grundlagenorientierter Hochschulforschung und anwendungsorientierter Forschung erhält die ganze Maßnahme einen Mehrwert. Das Labor soll als Startpunkt für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen deutschen und indonesischen Forschungseinrichtungen dienen und so eine Basis für gemeinsame Vorbundvorhaben darstellen, die dieses Labor langfristig und nachhaltig finanziert.

  • Entwicklung einer kostengünstigen, biogenen hydrophoben Komponenten auf Basis von PFAD für die Acrylatharzsynthese
  • Herstellung einer hydrophoben Acrylatdispersion als Bindemittel für Fassadenbeschichtungen in Südostasien
  • Aufbau des High-Tech-Labors an der UGM
  • Aufbau und Etablierung eines deutsch-indonesischen Studenten- bzw. Doktorandenaustausches
  • Generierung weiterer deutsch-indonesischer Projekte unter Einbeziehung des GMU-High-Tech-Labors und indonesischer Industriepartner zur nachhaltigen Finanzierung des Labors
Gefördert im Rahmen des BMBF-Förderprogramms zur Etablierung gemeinsamer Forschungsstrukturen deutscher Hochschulen mit Partnern im APRA. Weitere Informationen zu APRA.