Dänemark

Dänemark gehört zu den wettbewerbsfähigsten und innovativsten Ländern weltweit. Mit dem zum 1. April 2014 geschaffenen „Danish Innovation Fund“ (DIF) strukturiert die dänische Regierung ihr Forschungs- und Innovationssystem neu. Deutschland arbeitet mit seinem Nachbarn Dänemark vor allem auf europäischer Ebene sowie im Rahmen der Ostseekooperation intensiv zusammen.

Flagge von Dänemark

Förderung der Zusammenarbeit

In den Jahren 2010, 2011 und 2013 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Bekanntmachungen zur Förderung eines Ideenwettbewerbs zum Auf- und Ausbau innovativer FuE-Netzwerke mit Partnern in Ostseeanrainerstaaten veröffentlicht. Ziel dieser Fördermaßnahmen ist es, durch die internationale Zusammenarbeit Innovationspotenziale zu erschließen und internationale Wettbewerbsvorteile deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Ostseeraum zu stärken. Auch die Kooperation mit dänischen Partnern soll dadurch weiter vorangetrieben werden. Dänische Einrichtungen sind im Schnitt an jedem dritten Projekt beteiligt.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahmen hat das BMBF derzeit das Internationale Büro im DLR Projektträger beauftragt.

Politischer Rahmen

In den Bereichen Innovation, Forschung und Entwicklung, Technologie und Wettbewerbsfähigkeit zählt Dänemark zu den weltweit führenden Ländern. Das „Innovation Union Scoreboard 2015“ sieht das Land im EU-Vergleich weiter auf Position zwei hinter dem Nachbarn aus Schweden. Der „Global Competitiveness Report 2014-2015“ platziert Dänemark an Position 13 gegenüber Rang 15 im Jahr zuvor.

Mit "Research2020“ stellte die dänische Regierung 2012 eine Priorisierungsgrundlage für strategische Investitionen in Forschung und Entwicklung in Dänemark vor. Diese soll nicht nur potentiellen Kooperationspartnern aus der Wirtschaft und Industrie, sondern auch der Wissenschaftspolitik Leitlinien für die Forschungsförderung an die Hand geben. Durch die Zusammenführung des „Danish Council for Strategic Research“, der „Danish National Advanced Technology Foundation“ und dem „Danish Council for Technology and Innovation“ wurde zum 1. April 2014 der Danish Innovation Fund (DIF) geschaffen. Dies stellt die größte Reform des Forschung- und Innovationssystems in Dänemark in den letzten zwei Jahrzehnten dar.Aus dem Fonds werden Zuschüsse für Aktivitäten innerhalb der strategischen Forschung, Technologieentwicklung und Innovation gezahlt.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Fachliche Schwerpunkte der bi- und multilateralen Forschungsprojekte

Die deutsch-dänische Kooperation erfolgt vorwiegend im multilateralen Rahmen und ist auf die aktive Gestaltung des Europäischen Forschungsraumes ausgerichtet. Im Kontext der EU-Rahmenprogramme für Forschung und Innovation arbeiten deutsche und dänische Forschende verstärkt innerhalb der Felder Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Gesundheit zusammen

Der fachliche Schwerpunkt der Forschungsprojekte mit dänischer Beteiligung innerhalb der BMBF-Fachprogramme liegt in den Informations- und Kommunikationstechnologien.

Ostseekooperation

Deutschland und Dänemark arbeiten im Rahmen der Ostseekooperation an vielen Stellen zusammen. Neben dem Baltic Development Forum und dem Ostseerat ist auch das BONUS-Netzwerk zur Ostseeforschung ein wichtiges Instrument für die deutsch-dänische Zusammenarbeit. Aus dem im 6. EU-Forschungsrahmenprogramm gestarteten ERA-Net Netzwerk entwickelte sich das „BONUS-169“ Forschungsprogramm und die Ausschreibung „BONUS+“. Das BONUS-Netz bringt elf an der Förderung und Durchführung der Ostseeforschung beteiligte Organisationen zusammen, um deren Forschungsmittel zu bündeln und die Infrastrukturnutzung zu koordinieren. Darüber hinaus findet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark unter anderem im Rahmen der INTERREG-Programme der EU statt.

Europäische Infrastruktur

Dänemark ist (über die Danish Agency for Science, Technology and Innovation) als Gesellschafter am europäischen Laser-Projekt XFEL (X-Ray Free-Electron Laser) mit Standort Hamburg beteiligt. Darüber hinaus spielt das Land eine tragende Rolle als zweiter Gastgeber neben Schweden bei der Verwirklichung der ESS (European Spallation Source) in Lund (Schweden): Das Datenzentrum der ESS wird in Kopenhagen errichtet.