Italien

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Italiens mit traditionell engen und vielfältigen Beziehungen. Die Regierungen Deutschlands und Italiens stehen in regelmäßigen Meinungsaustausch, der durch zahlreiche Begegnungen ergänzt wird. Das Interesse am wissenschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Austausch beider Länder ist groß und führt zu gemeinsamen Aktivitäten in vielen Bereichen.

Ansicht von Florenz

© Internationales Büro/Ursula Henze-Schulte

Förderung der Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien geschieht im Rahmen des Europäischen Forschungsraums (EFR) weitgehend im direkten Austausch zwischen den verschiedenen Forschungseinrichtungen oder den einzelnen Forscherinnen und Forschern. Besondere staatliche Unterstützungsmaßnahmen werden hier nicht eingesetzt.

Politischer Rahmen

Deutsch-Italienische Regierungskonsultationen finden regelmäßig statt und bilden auch die Basis für die gemeinsame Arbeit, die durch Treffen auf Ministerebene ergänzt werden. Die kulturelle Zusammenarbeit mit Italien basiert auf dem am 08.02.1956 in Bonn unterzeichneten Kulturabkommens, das in Artikel 13 unter anderem auch Vereinbarungen zum Thema Bildung enthält. Auf dieser Basis wurde 2002 in der Villa Vigoni das „Protokoll über die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland“ beschlossen. Die Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Forschung ist nicht formalisiert.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Es gibt intensive Kooperationsbeziehungen mit der deutschen Wissenschaftslandschaft. Schwerpunkte liegen zurzeit in den folgenden Bereichen:

  • Gesundheitsforschung und Gesundheitswirtschaft
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Bioökonomie und Biotechnologie

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien findet auf den verschiedensten Ebenen statt sowie im Rahmen zahlreicher Institutionen und Organisationen.

Villa Vigoni e.V.

Das deutsch-italienische Zentrum für europäische Exzellenz „Villa Vigoni“ in Loveno di Menaggio ist ein binationaler Verein. Ziel ist die Förderung der deutsch-italienischen Beziehungen in Wissenschaft, Bildung und Kultur unter Einbeziehung ihrer Verflechtungen mit Wirtschaft, Bildung, Gesellschaft und Politik. Für die Villa Vigoni steht der deutsch-italienische Dialog programmatisch in einer europäischen und internationalen Dimension. Auf Seiten der Republik Italien ist das römische Außenministerium (Ministero degli Esteri) für die Villa Vigoni zuständig; auf Seiten der Bundesrepublik ist es das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die thematische Bandbreite der Veranstaltungen, die in der Villa Vigoni stattfinden, spiegelt sich in den vielfältigen Veranstaltungsformaten wider: wissenschaftliche Tagungen, Treffen zu aktuellen politischen Themen, Doktorandenkolloquien, Diskussionsforen für deutsche und italienische Journalisten, Round Table-Gespräche für Wirtschaftsexperten. Das Jahresprogramm beinhaltet darüber hinaus auch verschiedene kulturelle Veranstaltungen, die sich an ein breiteres Publikum richten, wie zum Beispiel Konzerte, Masterclasses und Ausstellungen. Der thematische Schwerpunkt für das Jahr 2015 ist: Vom Krieg zum Frieden 1945 – 2015. Europäische Wege aus deutsch-italienischer Perspektive.

Deutsch-Italienischer Jugendaustausch, Internetplattform „chiao-tschau“

Bei einem Treffen im November 2008 in Triest haben die damaligen Außenminister beider Länder in einer gemeinsamen Absichtserklärung beschlossen, dass eine Internetplattform zur Förderung des deutsch-italienischen Jugendaustauschs eingerichtet werden soll. Deren Aufgabe besteht darin, über existierende Jugendeinrichtungen und deren Austauschprogramme zu informieren. Damit soll der Informationsaustausch verbessert werden, sowohl unter den Jugendlichen als auch unter allen, die mit Jugendlichenarbeiten,. Am 3. Februar 2011 wurde in Rom das Büro für den deutsch-italienischen Jugendaustausch eröffnet.

Deutsches Historisches Institut

Es besteht auch eine intensive Kooperation mit Italien im Rahmen des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Dieses Institut beschäftigt sich mit der Erforschung der italienischen und deutschen Geschichte, insbesondere der deutsch-italienischen Beziehungen vom frühen Mittelalter bis zur jüngsten Vergangenheit.

Europäische Zusammenarbeit

Deutschland und Italien beteiligen sich am European Molecular Biology Laboratory (EMBL), der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) sowie der Europäischen Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre (ESO). In diesem Rahmen werden gemeinsame Projekte durchgeführt. Italien beteiligt sich darüber hinaus am Europäischen Röntgenlaser XFEL.

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland auch vom Internationalen Büro (IB) unterstützt.