Mexiko

Mexiko bietet ein großes Kooperationspotenzial und nimmt für Deutschland eine Sonderstellung in Lateinamerika ein. Das liegt sowohl an der regionalen Bedeutung und Wirtschaftskraft Mexikos als auch an den traditionell engen kulturellen und wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen den Ländern. Mexiko will bis 2030 zur Gruppe der 20 Prozent wettbewerbsfähigsten Länder der Welt aufrücken.

Archäologische Funde

Menschenskelett aus der Höhle von Chan Hol (mindestens 10.000 Jahre alt) © Wolfgang Stinnesbeck/Universität Heidelberg

Fördermöglichkeiten für Mexiko

Im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung wird der Wissenschaftleraustausch in Kooperationsprojekten zwischen Deutschland und Mexiko durch verschiedene Förderinstrumente unterstützt.

Die Bekannmachung "Richtlinie zur Förderung von Antragstellungen im Rahmen des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 mit Partnern aus Nord- und Südamerika" ist noch bis zum 20. Dezember 2017 geöffnet.

Weitere Informationen zur Deutsch-Mexikanischen Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) finden Sie hier.

Politischer Rahmen

Mexiko ist eines der Schwerpunktländer des BMBF in Lateinamerika. Deutschland kooperiert in Forschung, Wissenschaft und Bildung seit vielen Jahren intensiv und erfolgreich. Grundlage der Zusammenarbeit ist das gemeinsame Regierungsabkommen zur Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) von 1974. Die politische Zuständigkeit liegt in Mexiko beim Außenministerium (SRE) und hier bei dem 1998 gegründeten ”Instituto Mexicano para la Cooperación Internacional” (IMEXCI).

Der Nationale Forschungs- und Technologierat CONACYT ist im Auftrag des Außenministeriums koordinierende und finanzierende Stelle für die WTZ. CONACYT ist der wichtigste fachliche Partner des BMBF/Internationalen Büros. Im Jahr 2002 wurde der CONACYT durch ein Wissenschaftsgesetz zu einer eigenständigen, dem Präsidenten unterstellten Behörde.

Projekte der Forschungskooperation werden bilateral vom BMBF und dem mexikanischen Forschungsrat CONACYT finanziert. In den gemeinsamen Vorhaben trägt die jeweils entsendende Seite alle Kosten ihrer Wissenschaftler.

Ziele der mexikanischen Forschungspolitik sind im Nationalen Entwicklungsplan 2013-2018 und im Sonderprogramm für Wissenschaft, Forschung und Innovation 2014-2018 (PETICI) formuliert. Unter anderem wird die Innovation in Unternehmen sowie eine stärkere Rolle von FuE bei der sozialen Entwicklung des Landes gefördert. Durch Stärkung sowohl der staatlichen als auch privater Ausgaben in FuE sollen bis 2018 Investitionen von 1 Prozent des BIP erreicht werden.

Schwerpunkte der deutsch-mexikanischen Zusammenarbeit

Auf den Kommissionssitzungen legt das BMBF im Dialog mit dem mexikanischen Außenministerium (SRE) und dem ”Instituto Mexicano para la Cooperación Internacional” (IMEXCI) die Schwerpunktthemen für die Kooperation fest. Die WTZ mit Mexiko konzentriert sich auf die Bereiche Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit, Luft- und Raumfahrt, Lebenswissenschaften und Bioökonomie sowie auf die Zusammenarbeit in der Hochschul- und beruflichen Bildung.

Bildung und Forschung soll mehr für Innovationsprozesse genutzt werden. Deshalb sollen KMUs künftig noch wirksamer in die bilaterale FuE-Kooperationen eingebunden werden. Seit 2013 werden bei den gemeinsamen Bekanntmachungen von BMBF und CONACYT neben Mobilität auch Personalkosten gefördert. Das grundsätzliche Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region und der Zugänge zu neuen Märkten für deutsche Unternehmen.

Berufsbildung ist ein entscheidendes Thema für beide Staaten: Das BIBB arbeitet mit seinem mexikanischen Partnerinstitut CONALEP seit Mitte des Jahres 2013 an einem Projekt zur Etablierung eines nationalen Berufsbildungsgesetzes. Ein weiteres Kooperationsfeld stellt die Einführung dualer Elemente in das mexikanische Ausbildungssystem dar (Berufsfelder: Industrie-Mechatronik, Informatik, Gastronomie und Tourismus). BMBF und das mexikanische Bildungsministerium (SEP) haben 2015 ein gemeinsames Kooperationsabkommen zur Berufsbildung unterzeichnet.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Katastrophenschutz aus dem All

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet in Mexiko eng mit mexikanischen Behörden und Forschungseinrichtungen sowie mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA zusammen. Sie haben gemeinsam eine Datenempfangsstation in Chetumal auf der Halbinsel Yucatan aufgebaut. Mit dieser Anlage können von Satelliten gesendete Informationen empfangen und ausgewertet werden. Es wird so zum Umweltschutz in Mexiko und den benachbarten Regionen beigetragen. Darüber hinaus kann im Falle von Naturkatastrophen wie zum Beispiel Bränden ober Überschwemmungen schneller und gezielter eingegriffen werden. Im Jahr 2014 ist die Bodenempfangsstation in den Besitz der mexikanischen Raumfahrtagentur AEM übergegangen. Die AEM ist nun auch für den Betrieb und die Nutzung zuständig, das DLR unterstützt weiterhin bei den Forschungsaktivitäten.

Deutschland und Mexiko setzen sich gemeinsam für den Schutz des Klimas ein. Sie haben die "Deutsch-Mexikanische Klimaschutz-Allianz" zur Unterstützung der mexikanischen Regierung bei der Entwicklung und Umsetzung ihres Klimaschutzprogramms gebildet.

Tauchen für die Wissenschaft

Archäologische Funde Riesenfaultier aus El Pit (Skelett mindestens 10.000 Jahre alt) © Wolfgang Stinnesbeck/Universität Heidelberg

Das deutsch-mexikanische Forschungsprojekt der Universität Heidelberg beschäftigt sich mit „Prähistorischen Funden aus dem Pleistozän-Holozän-Übergang in den Unterwasserhöhlen der Yucatan-Halbinsel“. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt soll zu neuen, überraschenden Erkenntnissen über die Besiedlung des amerikanischen Kontinents führen. Bislang glaubten die Wissenschaftler, dass die ersten Menschen vor 11.000 Jahren vom Norden Asiens aus über die Beringstraße nach Nordamerika wanderten und den Kontinent besiedelten. Die neuen Fossilfunde aus den Höhlen unter Yucatán stellen diese Hypothese in Frage. Die Ergebnisse der bisherigen Forschungen legen nahe, dass bereits vor 13.000 Jahren – Jahrtausende vor der Hochkultur der Mayas – Menschen in Mexiko gelebt haben. Geklärt ist bislang aber nicht, woher diese Siedler kamen.

Die wissenschaftlichen Arbeiten und Fundstücke sollen zügig für die Öffentlichkeit aufgearbeitet und zum Beispiel in Museen ausgestellt werden. Es sind bereits Ausstellungen in dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe und dem größten naturhistorischen Museum in Mexiko, dem MUDE in Saltillo, geplant.

Studieren ohne Grenzen

Im Jahr 2014 haben das Deutsche Hochschulkonsortium für Internationale Kooperation und die technische Hochschule von Monterrey eine Vereinbarung unterzeichnet. Die 26 deutschen Hochschulen und die größte Technische Hochschule Mexikos wollen gemeinsame Studiengänge aufbauen. Studenten aus beiden Ländern sollen durch das Studium gleichzeitig einen deutschen und einen mexikanischen Hochschulabschluss erhalten. Die Studiengänge sind in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen geplant. Industrieunternehmen sollen auch eingebunden werden, um eine praxisnahe Ausbildung der Studierenden zu garantieren. Das Bundesforschungsministerium unterstützt diese Aktivitäten.

Förderung der Zusammenarbeit mit Mexiko

Zur Unterstützung der Vernetzung werden jährliche Förderbekanntmachungen vom Internationalen Büro mit dem mexikanischen Partner CONACYT veröffentlicht. Die Förderung ermöglicht es Forschergruppen aus Deutschland und Mexiko, in gemeinsamen Projekten zusammenzuarbeiten und Forschungsphasen im jeweils anderen Land zu realisieren. Aus den Fachprogrammen des BMBF werden zudem weitere Forschungsvorhaben gefördert. Auch DAAD und DFG haben spezifische Förderprogramme mit mexikanischen Partnern.

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland auch vom Internationalen Büro (IB) unterstützt.