Norwegen

Die Sicherung des wirtschaftlichen Wachstums auch für die Zeit nach der Öl- und Gas-Ära ist für Norwegen eines der wichtigsten politischen Ziele. Deswegen setzt die norwegische Regierung auf eine Restrukturierung der bisher nur mäßig wissensintensiven norwegischen Wirtschaft.

Landschaft mit See

© Internationales Büro/Ralf Hanatschek

Förderung der Zusammenarbeit

In den Jahren 2010, 2011 und 2013 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Bekanntmachungen zur Förderung eines Ideenwettbewerbs zum Auf- und Ausbau innovativer FuE-Netzwerke mit Partnern in Ostseeanrainerstaaten veröffentlicht. Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, durch die internationale Zusammenarbeit Innovationspotenziale zu erschließen und internationale Wettbewerbsvorteile deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Ostseeraum zu stärken. Auch die Kooperation mit norwegischen Partnern soll dadurch weiter vorangetrieben werden. Norwegische Einrichtungen sind im Schnitt an jedem dritten Projekt beteiligt.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahmen hat das BMBF derzeit das Internationale Büro im DLR Projektträger beauftragt.

Politischer Rahmen

Obwohl Norwegen mit Forschungsausgaben von weniger als 1,7 Prozent des BIP deutlich hinter dem Durchschnitt der OECD und EU zurück bleibt, ist Norwegen eines der reichsten Länder der Welt. Dieses sogenannte „norwegische Paradox“ beruht im Wesentlichen auf zwei Faktoren: Norwegens Stellung als Rohstoff-exportierendes Land und der geringen FuE-Abhängigkeit mehrerer wichtiger Wirtschaftszweige wie dem Dienstleistungssektor/Tourismus und der Fischerei. Derzeit setzt die norwegische Regierung auf eine Restrukturierung der bisher nur mäßig wissensintensiven norwegischen Wirtschaft durch die umfassende Einbeziehung der Privatwirtschaft in die Forschungsförderung sowie eine stärkere Internationalisierung der norwegischen Forschung.

Aus Anlass des Besuchs des deutschen Bundespräsidenten Gauck in Norwegen im Juni 2014 wurde auch eine überarbeitete Deutschland-Strategie Norwegens vorgestellt. Als wichtige thematische Kooperationsbereiche werden Energie, Klima und Umwelt hervorgehoben. Neben der Erweiterung und Vertiefung fachlicher Kompetenzen und guten persönlichen Beziehungen von Schülerinnen/Schülern, Auszubildenden, Studierenden, Lehrkräften und Forschenden soll auch die Kooperation in Bezug auf Innovation und Technologie gestärkt werden.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die deutsch-norwegische Kooperation in Forschung und Entwicklung erfolgt vorwiegend im multilateralen Rahmen. Dies gilt sowohl für die Projekte in den BMBF-Fachprogrammen wie auch im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms bzw. Horizont 2020. Die thematischen Schwerpunkte der Projekte liegen in den Bereichen Umweltforschung und -technologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie.