Palästinensische Autonomiegebiete

Die Kooperation mit den Palästinensischen Gebieten dient neben dem forschungspolitischen Nutzen und der Ausschöpfung wissenschaftlich- technologischer Potenziale auch der wissenschaftlichen Diplomatie, wodurch Wissenschaft trotz schwierigster politischer Rahmenbedingungen zum staatenübergreifenden Austausch und der Vernetzung von Menschen führt und so zur Stabilisierung beiträgt .

Ost-Jerusalem

© Internationales Büro/Susanne Ruppert-Elias

Fördermöglichkeiten

Im Moment  gibt es keine laufenden Bekanntmachungen für die Zusammenarbeit mit den Palästinensischen Autonomiegebieten.

Politischer Rahmen

Mit der Intensivierung der Beziehungen zu den palästinensischen Gebieten unterstützt die Bundesregierung die sogenannte „Zwei-Staaten-Lösung“ im israelisch-palästinensischen Konflikt. Daher vereinbarten beide Seiten im Jahre 2010 während der Treffen des deutsch-palästinensischen Lenkungsausschusses auf Minister- und Arbeitsebene die bilaterale Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung auszubauen und zu vertiefen. Zur Umsetzung der gemeinsamen Aktivitäten in Bildung und Forschung unterzeichneten beide Minister im März 2014 ein Memorandum of Understanding.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Von Jerusalem nach Jülich und zurück - Gemeinsame Master- und Doktorandenausbildung

Um Forschungsschwerpunkte von gemeinsamem Interesse zu identifizieren und zu diskutieren organisierten beide Ministerien im November 2011 einen ersten gemeinsamen Initiativ-Workshop in Ramallah. Daraus ergaben sich weitere fachbezogene institutionelle Partnerschaften - beispielsweise zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der Al-Quds University in Ostjerusalem.

Beide Seiten arbeiten seit 2012 aktiv in der Master- und Doktorandenausbildung in den Naturwissenschaften zusammen. Das Forschungszentrum möchte diesen Ansatz auf weitere interessierte palästinensische Universitäten übertragen.

Perspektiven einer nachhaltigen Kooperation

Seit der Unterzeichnung einer Ministervereinbarung im Frühjahr 2014 nutzen beiden Seiten die Chance, die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung zu intensivieren. Insbesondere soll die Mobilität palästinensischer Studierender, Promovierender und Forschender gefördert und ihnen Zugang zu internationalen wissenschaftlichen Austauschen und Netzwerken ermöglicht werden. Ein wichtiges Anliegen der bilateralen Kooperation ist es außerdem, zum Aufbau der notwendigen Forschungsinfrastruktur an palästinensischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen beizutragen um so deren eigenständige Weiterentwicklung nachhaltig zu stärken und zu unterstützen.

Ebenfalls relevant sind die Zukunftsthemen Berufliche Bildung und Beschäftigungsfähigkeit von Graduierten und die dafür notwendige Einbeziehung der Privatwirtschaft. Insbesondere die Jugend in den Palästinensischen Gebieten ist wegen des begrenzten lokalen Arbeitsmarktes gezwungen sich an internationalen Ausbildungs- und Qualifizierungsstandards – etwa für eine besser bezahlte Stelle bei einem israelischen Arbeitgeber – zu orientieren.

Zweite gemeinsame Bekanntmachung 2017

Die zweite gemeinsame palästinensisch-deutsche Bekanntmachung war vom 30.08.2017 - 06.12.2017 geöffnet und zielte auf die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der palästinensischen Autonomiebehörde und Deutschland in den Bereichen Wissenschaft und Forschung.

Im Kern ging es um die Förderung von gemeinsamen deutsch-palästinensischen Mobilitätsprojekten zur Etablierung gemeinsamer Forschungspartnerschaften in der angewandten Forschung.

Die Fördermaßnahme erfolgte im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung sowie des Aktionsplans des BMBF "Internationale Kooperation". Sie basierte zudem auf dem Memorandum of Understanding (MoU) zur Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung zwischen dem BMBF und der Palästinensischen Autonomiebehörde vom 19. März 2014.

Im Rahmen zukünftiger gemeinsamer Aktivitäten und Projekte wollen beide Seiten der Einbeziehung und Förderung von Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforschern besondere Beachtung schenken.