Palästinensische Autonomiegebiete

Die Kooperation mit den Palästinensischen Gebieten dient neben dem forschungspolitischen Nutzen und der Ausschöpfung wissenschaftlich- technologischer Potenziale auch der wissenschaftlichen Diplomatie, wodurch Wissenschaft trotz schwierigster politischer Rahmenbedingungen zum staatenübergreifenden Austausch und der Vernetzung von Menschen führt und so zur Stabilisierung beiträgt .

Ost-Jerusalem

© Internationales Büro/Susanne Ruppert-Elias

Fördermöglichkeiten für die Palästinensischen Gebiete

Die aktuelle Bekanntmachung "Richtlinien zur Förderung der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit dem palästinensischen Ministerium für Bildung sowie Höhere Bildung" ist noch bis zum 06. Dezember 2017 geöffnet.

Das Internationale Büro beim Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt fördert Maßnahmen und Vorhaben in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit den Palästinensischen Gebieten im Rahmen aktueller Bekanntmachungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die erste gemeinsame Ausschreibung "Richtlinien zur Förderung der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit der Palästinensischen Nationalen Behörde" wurde 2015 veröffentlicht. Hier konnten Zuschüsse für gemeinsame Forschungsprojekte beantragt werden. Insgesamt sind circa 30 Projektskizzen in den Schwerpunktbereichen Nanotechnologie/Materialwissenschaften; Landwirtschaft/Management Natürlicher Ressourcen sowie Erneuerbare Energien eingereicht worden. Ab Herbst 2016 sollen etwa 10-12 gemeinsame Projekte für die Dauer von zwei Jahren gefördert werden.

Politischer Rahmen

Mit der Intensivierung der Beziehungen zu den palästinensischen Gebieten unterstützt die Bundesregierung die sogenannte „Zwei-Staaten-Lösung“ im israelisch-palästinensischen Konflikt. Daher vereinbarten beide Seiten im Jahre 2010 während der Treffen des deutsch-palästinensischen Lenkungsausschusses auf Minister- und Arbeitsebene die bilaterale Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung auszubauen und zu vertiefen. Zur Umsetzung der gemeinsamen Aktivitäten in Bildung und Forschung unterzeichneten beide Minister im März 2014 ein Memorandum of Understanding.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Von Jerusalem nach Jülich und zurück - Gemeinsame Master- und Doktorandenausbildung

Um Forschungsschwerpunkte von gemeinsamem Interesse zu identifizieren und zu diskutieren organisierten beide Ministerien im November 2011 einen ersten gemeinsamen Initiativ-Workshop in Ramallah. Daraus ergaben sich weitere fachbezogene institutionelle Partnerschaften - beispielsweise zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der Al-Quds University in Ostjerusalem.

Beide Seiten arbeiten seit 2012 aktiv in der Master- und Doktorandenausbildung in den Naturwissenschaften zusammen. Das Forschungszentrum möchte diesen Ansatz auf weitere interessierte palästinensische Universitäten übertragen.

Perspektiven einer nachhaltigen Kooperation

Seit der Unterzeichnung einer Ministervereinbarung im Frühjahr 2014 nutzen beiden Seiten die Chance, die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung zu intensivieren. Insbesondere soll die Mobilität palästinensischer Studierender, Promovierender und Forschender gefördert und ihnen Zugang zu internationalen wissenschaftlichen Austauschen und Netzwerken ermöglicht werden. Ein wichtiges Anliegen der bilateralen Kooperation ist es außerdem, zum Aufbau der notwendigen Forschungsinfrastruktur an palästinensischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen beizutragen um so deren eigenständige Weiterentwicklung nachhaltig zu stärken und zu unterstützen.

Ebenfalls relevant sind die Zukunftsthemen Berufliche Bildung und Beschäftigungsfähigkeit von Graduierten und die dafür notwendige Einbeziehung der Privatwirtschaft. Insbesondere die Jugend in den Palästinensischen Gebieten ist wegen des begrenzten lokalen Arbeitsmarktes gezwungen sich an internationalen Ausbildungs- und Qualifizierungsstandards – etwa für eine besser bezahlte Stelle bei einem israelischen Arbeitgeber – zu orientieren.

Ausblick: Erste gemeinsame Bekanntmachung zur Förderung bilateraler Forschungsprojekte

Die nächsten Schritte zur Umsetzung der Ministervereinbarung wie zum Beispiel die Einrichtung einer deutsch-palästinensischen Steuerungsgruppe zur Planung, Prüfung und Implementierung vorgeschlagener Maßnahmen sowie die für 2015 vorgesehene Veröffentlichung einer gemeinsamen Bekanntmachung für deutsch-palästinensische Forschungsprojekte konnten bereits auf den Weg gebracht werden.