Schweiz

Die Schweiz ist seit vielen Jahren ein stetiger Partner Deutschlands in der Zusammenarbeit im Bereich Bildung und Forschung. Dies gilt für die bilaterale Kooperation aber auch für das gemeinsame Handeln auf der europäischen und internationalen Ebene.

Schweiz - Rheinfall von Schaffhausen

© Internationales Büro/Ursula Henze-Schulte

Förderung der Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Schweiz vollzieht sich weitgehend im direkten Austausch zwischen den verschiedenen Forschungseinrichtungen oder den einzelnen Forscherinnen und Forschern. Besondere staatliche Unterstützungsmaßnahmen werden hier nicht eingesetzt.

Politischer Rahmen

Deutschland und die Schweiz sind durch viele Gemeinsamkeiten in der bilateralen Zusammenarbeit im Forschungs- und Bildungsbereich verbunden. Es betrifft dies die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene aber insbesondere auch die regelmäßig stattfindenden Deutsch-Schweizer Konsultationen. Anlässlich des Minister-Gespräches mit der früheren Bundesrätin Dreifuss im September 2.000 wurde die Durchführung dieser bilateralen Jahresarbeitstreffen von Angehörigen der Ministerien bzw. Forschungseinrichtungen vereinbart. Im November 2014 fand das achte Treffen dieser Art in Lugano in der Schweiz statt. Ein nächstes Treffen in Deutschland ist in der Planung. Die Konsultationen dienen dem Gedankenaustausch zu bilateralen Fragestellungen wie auch zu den Themen der verschiedenen europäischen Gremien in denen die Schweiz ein aktiver Partner ist.

Auf europäischer Ebene gibt es zurzeit gewisse Einschränkungen für die Zusammenarbeit bedingt durch die Entscheidung der Schweiz zum Thema Einwanderung im Februar 2014. Dies führte zunächst dazu, dass die Schweiz nicht mehr wie zuvor als assoziiertes Land nahezu gleichberechtigt an den EU-Programmen teilnehmen konnte.

Am 12. September 2014 haben sich die EU und die Schweiz auf ein Teilassoziierungsabkommen geeinigt, welches am 15.09.2014 in Kraft trat und vorerst bis Ende 2016 gilt. Damit können sich Forschende in der Schweiz wieder als gleichberechtigte Partner an allen Aktivitäten des 1. Pfeilers von Horizon 2020 (ERC-Grants, Marie-Sklodowska-Curie-Maßnahmen, Future and Emerging Technologies (FET) und Forschungsinfrastrukturen) beteiligen. Darüber hinaus finanziert das Staatssekretariat für Bildung Forschung und Innovation (SBFI) Forschende in Schweiz dort, wo deren Teilnahme an Verbundprojekten im Rahmen von Horizon 2020 nicht durch die Europäische Kommission gefördert wird. Ebenso wird mit dem Erasmus+ Programm verfahren. Für die Zeit ab 2017 ist dann eine neue Lösung zu finden.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit der Schweiz zeichnet sich durch die Beteiligung an größeren multilateralen Verbundprojekten aus, bei denen i.d.R. mindestens drei Partnerländer gemeinsam forschen. Schwerpunkte finden sich aktuell in den Bereichen:

  • Innovationsrelevante Rahmenbedingungen und übrige Querschnittsaktivitäten
  • Gesundheitsforschung und Gesundheitswirtschaft

Am 25./26. März 2013 fand in Erlangen das 2. Deutsch-Schweizerische Innovationsforum unter dem Thema „Medizintechnik“ statt, nachdem am 28. November 2011 Frau Bundesministerin Schavan und Herr Bundesrat Schneider-Ammann gemeinsam in Schaffhausen das 1. Forum dieser Art, hier zum Thema „Nachhaltige Mobilität“, eröffnet hatten. Mit diesen Foren vertiefen beide Länder ihre bilaterale, insbesondere auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Elektromobilität und Medizintechnik und setzen neue Impulse für die Zukunft.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Die Schweiz und Deutschland verbindet eine enge Zusammenarbeit in bilateralen und multilateralen Projekten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und eine Reihe von deutschen Wissenschafts- und Förderorganisationen sind daran beteiligt.

Besonders hervorzuheben ist hier die Kooperation der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) mit dem Alpenraum insgesamt: Im Mai 2003 unterzeichneten die Präsidenten der DFG, des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sowie des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) eine „D-A-CH Vereinbarung über gegenseitige Öffnung und grenzüberschreitende Förderung“ gemäß den Prinzipien „Money follows researcher“ und „Money follows cooperation line“. Im Mai 2008 folgte das „D-A-CH Lead Agency-Verfahren“ mit einer „Vereinbarung über die unilaterale Administrierung und gegenseitige Anerkennung der Begutachtungsverfahren für D-A-CH-Projekte“. Das Verfahren hat sich zwischenzeitlich bewährt und bei den eingereichten Anträgen ist aktuell mehrheitlich die Lead-Agency auf deutscher Seite.

Auf bilateraler Ebene wurde am 17. Juni 2009 das Äquivalenzabkommen Schweiz – Deutschland im Hochschulbereich in zwei wichtigen Artikeln ergänzt und findet nun auch auf Abschlüsse im Bologna-System Anwendung. Seit Januar 2011 nahm die Schweiz zunächst voll an den europäischen Bildungs- und Jugendprogrammen teil. Auch hier haben beide Länder Anknüpfungspunkte und gemeinsame Interessen. Die Bildungssysteme beiden Länder weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Dazu kommen Herausforderungen, denen sich beide Länder in vergleichbarer Art und Weise gegenüber sehen: Fachkräfte ausbilden und fördern auf allen Ebenen des Ausbildungssystems.

Europäische Zusammenarbeit

Deutsche und schweizer Wissenschaftler arbeiten gemeinsam in europäischen Forschungsprojekten, so im Rahmen der Programme EUREKA und Eurostars, aber auch in zahlreichen ERA-Nets. Und sie beteiligen sich zusammen an der Einrichtung und dem Betrieb verschiedener europäischer Großforschungsanlagen , wie der European Spallation Source (ESS) in Lund, Schweden, dem Röntgenlaser XFEL in Hamburg dem Kernfusionsreaktor ITER in Cadarache, Frankreich und der Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) im schweizerischen Genf.

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland auch vom Internationalen Büro (IB) unterstützt.