Slowakei

Die Slowakei legt in den vergangenen Jahren verstärkt Augenmerk auf die Förderung von Forschung und Entwicklung. Das Ziel einer wissensbasierten Wirtschaft wird nachdrücklich verfolgt. Die deutsch-slowakische Kooperation basiert auf dem Abkommen zur Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) mit der damaligen Tschechoslowakei aus dem Jahr 1990.

Bratislawa

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Förderung der Zusammenarbeit

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit verschiedenen Förderbekanntmachungen die Zusammenarbeit deutscher Einrichtungen mit slowakischen Partnern. Durchgehend geöffnet bis Ende 2017 ist die Bekanntmachung „Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittelost- und Südosteuropa“.

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Aktuelles

Eine besondere Rolle spielt gegenwärtig die Kooperation beider Länder im Rahmen der EU-Donauraumstrategie (EUSDR). Die Slowakei ist zusammen mit Serbien koordinierend für die Prioritätsachse 8 „Entwicklung der Wissensgesellschaft (Forschung, Bildung sowie Informations- und Kommunikationstechnologien)“ verantwortlich.

Politischer Rahmen

Die Slowakei, seit dem 1.1.1993 unabhängig, ist seit dem Frühjahr 2004 Mitglied der EU und der NATO. Mit dem Beitritt zur Eurozone am 1.1.2009 hat die Slowakei einen weiteren wichtigen Schritt hin zur Integration in die Europäische Union getan.

Die Slowakei weist im EU- und OECD-Vergleich nach wie vor eine sehr geringe FuE-Intensität auf. Der FuE-Anteil am BIP lag 2012 bei 0,82 Prozent. (OECD-Schnitt: 2,40 Prozent) und erhöhte sich damit gegenüber 2011 um ca. 0,15 Prozent. Der öffentliche Anteil beträgt ungefähr 60 Prozent der gesamten FuE-Ausgaben. Die FuE-Ausgaben der Wirtschaft sind mit 40 Prozent im europäischen Vergleich gering. Ein Grund dafür ist, dass die in der Slowakischen Republik tätigen multinationalen Unternehmen ihre FuE-Abteilungen im Ausland haben und die Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) nur zu einem geringen Teil FuE durchführen.

Bis 2020 strebt die Slowakei ihrem nationalen Reformprogramm von 2013 zufolge einen FuE-Anteil am BIP von 1,2 Prozent an. Im Innovation Union Scoreboard (IUS) 2015 liegt die Slowakei, wie auch die Nachbarn Ungarn und Tschechische Republik, in der Kategorie der moderaten Innovatoren mit einer Innovationsleistung von 59 Prozent des EU-Durchschnitts. Im Global Competitiveness Index 2014-2015 befindet sich die Slowakei auf Rang 75 von 144 aufgeführten Ländern.

Bei der Umsetzung von Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation setzt die Slowakei sehr stark auf die positive Wirkung der EU-Strukturfonds.

Die gestiegene Bedeutung von FuE wurde 2005 dokumentiert in der "Competitiveness Strategy for the Slovak Republic until 2010 - National Lisbon Strategy": Darin wird das Ziel einer wissensbasierten Wirtschaft ebenso formuliert wie die hohe Bedeutung von FuE für die gesamtstaatliche Entwicklung. In der Wettbewerbsstrategie sind auch die Ziele der nationalen Innovationspolitik zusammengefasst. Im September 2007 hatte die damalige Regierung unter Ministerpräsident Robert Fico die Ziele der staatlichen Wissenschafts- und Technologiepolitik ("Long-term Objective of the State S&T Policy up to 2015") neu formuliert. Das Dokument setzt auch die Prioritäten der staatlichen FuE-Politik fest.

Im nationalen Reformprogramm von April 2013 ist eine Fokussierung der öffentlichen FuE-Förderung auf ausgewählte thematische Stärken vorgesehen. Dazu zählen beispielsweise Materialforschung und die Informations- und Kommunikationstechnologien. Wesentliches Ziel ist auch die Etablierung eines effizienten Systems zur Unterstützung der slowakischen Beteiligung an Horizont 2020 und der Abbau administrativer Hindernisse bei der Gewährung von Strukturfondmitteln. Die Hauptziele in der Verbesserung der Innovationskapazitäten sind in der nationalen Smart Specialisation Strategy formuliert.

Die bedeutendsten Institutionen in der Forschungsförderung sind seit 2005 die Agentur für Forschung und Entwicklung ("Research and Development Agency") (APVV) und seit 2006 die Wissenschaftliche Förderagentur des Bildungsministeriums und der Akademie der Wissenschaften, die "Scientific Grant Agency" (VEGA). VEGA ist in erster Linie zuständig für die Grundlagenforschung.

Im Rahmen regionaler Kooperationen ist die Slowakei eingebunden in das Programm CEEPUS II (Central European Exchange Programme for University Studies). Außerdem existiert ein regionales Netzwerk über die Visegrád (V4)-Gruppe (Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn).

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Die Slowakei ist eines der Zielländer der 2013 veröffentlichten BMBF-Bekanntmachung zum „Auf- und Ausbau innovativer FuE-Netzwerke im Donauraum“. Einrichtungen aus der Slowakei sind an zehn von 31 laufenden Projekten beteiligt.

Im Rahmen des bis zum 31.12.2013 offenen Programms "Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittel- Ost- und Südosteuropa" (Regionalausschreibung) wurden Finanzmittel für Anbahnungsprojekte in der angewandten Forschung, Entwicklung und in der Bildung bereitgestellt, um weiterführende Projektanträge in aktuellen Förderprogrammen des BMBF, im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU oder im Programm EUROSTARS zu stellen. Dabei wurden acht, inzwischen abgeschlossene Maßnahmen mit slowakischen Partnern unterstützt.

Im Rahmen der BMBF-Initiative für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland wurden in den vergangenen Jahren Aktivitäten unterstützt, die unter anderem in wichtigen Zielländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland warben. Drei Projekte mit dem Zielland Slowakei sind inzwischen abgeschlossen.

Im Rahmen der Zusammenarbeit innerhalb des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms konzentriert sich die Kooperation bezogen auf die absoluten Projektzahlen auf Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation auf ministerieller Ebene sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland auch vom Internationalen Büro (IB) unterstützt.