Südafrika

Südafrika ist einer der zentralen Partner in Afrika. Zwischen den Ministerien, den Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen und in der konkreten Projektarbeit haben sich ausgeprägte Kooperationsbeziehungen entwickelt. Bei der Zusammenarbeit mit Ländern des südlichen Afrikas und der Umsetzung der EU-Afrika-Strategie hat Südafrika eine Schlüsselrolle.

Flagge Südafrikas

Fördermöglichkeiten

Im Rahmen von bilateralen Bekanntmachungen wird die Kooperation zwischen deutschen und südafrikanischen Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen unterstützt.

Eine Richtlinie zur Förderung der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit mit Südafrika war bis zum 30. Juli 2016 geöffnet. Für den Zeitraum 2017-2021 wurden 12 Projekte aus den Bereichen "Bio-Ökonomie", "Rohstoffeffizienz und nachhaltige Rohstofftechnologien" sowie "urbanes Wasserresourcenmanagement" für eine Förderung ausgewählt. Zu den Projektdetails...

Politischer Rahmen

Südafrika ist für Deutschland ein besonders wichtiger politischer Gesprächspartner im Afrika südlich der Sahara. Dabei dient die seit 1996 zweijährig stattfindende "Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission" als Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit.

Die Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und Südafrika erfolgt auf Grundlage des am 12.06.1996 unterzeichneten Ressortabkommens zwischen BMBF und DST über Zusammenarbeit auf den Gebieten der Wissenschaft, Forschung und Technologie. Das WTZ-Abkommen regelt die Einsetzung einer Gemeinsamen Kommission (Joint Science and Technology Cooperation Committee) und fördert die Zusammenarbeit u. a. bei der Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben, Nutzung wissenschaftlich-technischer Einrichtungen, Informationsaustausch, gemeinsamen Veranstaltungen sowie Austausch und Entsendung von Fachleuten. Die letzte Sitzung fand im Oktober 2016 in Deutschland statt. Die Ergebnisse der JC bilden die politischen Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit Deutschlands und Südafrikas und sind in die im Zweijahresrhythmus tagende Binationale Kommision unter Führung des Auswärtigen Amtes eingebunden.

2013 wurde die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern um eine Vereinbarung zwischen dem BMBF und dem DHET (Department of Higher Education and Training) zur Berufsbildung erweitert. Die Beratung zum Aufbau des "South African Institute for Vocational and Continuing Education and Training" (SAIVCET) ist dabei ein Schwerpunkt.

Schwerpunkte der Kooperation

BMBF unterstützt im Rahmen seiner Fachprogramme vor allem Vorhaben in Bereichen, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen – wie zum Beispiel Wasser, Klima und Umwelt, Energie, Biodiversität, aber auch die Antarktis- und die Meeresforschung.

Beide Länder beteiligen sich seit Jahren am europäischen Gesundheitsforschungsprogramm EDCTP (European & Developing Countries Clinical Trials Partnership) zur Erforschung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria.

Im Rahmen der wissenschaftlichen-technischen Zusammenarbeit (WTZ) stehen Biotechnologie und Ressourcenmanagement unter verstärkter Einbeziehung von wissenschaftlichem Nachwuchs im Vordergrund.

Über 200 Hochschulkooperationen zwischen deutschen und südafrikanischen Hochschulen bilden die Basis für zahlreiche Projekte aus allen Forschungsbereichen, in die auch außeruniversitären Forschungseinrichtungen eingebunden sind.

Höhepunkt der bilateralen Zusammenarbeit

Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013

Logo German-South African Year of Science Das gemeinsame Wissenschaftsjahr belegt die besondere Rolle in der gemeinsamen Kooperation. Ein Ideenwettbewerb für Aktivitäten/Veranstaltungen im Rahmen des Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013 erfuhr eine sehr große Resonanz mit jeweils ca. 100 Skizzen auf deutscher und südafrikanischer Seite, von denen insgesamt 41 zur Förderung ausgewählt wurden. Die Alexander von Humboldt- Stiftung hat die aus Mitteln des BMBF geförderte "Neville Alexander-Gedächtnisinitiative" ins Leben gerufen. Die Sonderinitiative ist dem Humboldtianer Professor Neville Alexander gewidmet, einem Weggefährten Nelson Mandelas.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurde ein Memorandum of Understanding unterzeichnet mit dem Ziel, gemeinsam eine Forschungsprofessur in Südafrika einzurichten.

Kooperationen im Rahmen der EU & Multilaterales

Programm EDCTP

Das “European & Developing Countries Clinical Trials Partnership”-Programm ist eine Initiative von gegenwärtig zwölf EU-Staaten und Norwegen sowie neun afrikanischen Ländern zur Durchführung klinischer Studien gegen HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose sowie zu weiteren armutsassoziierten und vernachlässigten Infektionskrankheiten. Teilnahmeberechtigt sind neben den Mitgliedsstaaten alle weiteren afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Südafrika ist mit Abstand wichtigster afrikanischer EDCTP-Partner. Das erste EDCTP Programm startete 2003 mit einem Gesamtbudget von rund 500 Millionen Euro (EU und Mitgliedsstaaten jeweils 200 Millionen, Dritte 100 Millionen.). Im Mai 2014 startete das zweite, ebenfalls auf 10 Jahre angelegte Programm EDCTP 2 mit einem Gesamtvolumen von rund 2 Milliarden Euro (EU und Mitgliedsstaaten je 687 Millionen, Dritte rund 500 Millionen). Im Januar 2014 hat die südafrikanische Regierung erklärt, dass sie als Vollmitglied zur Finanzierung von EDCTP-Projekten beitragen wird. Am 02.12.2014 wurde das zweite EDCTP Programm offiziell in Kapstadt vorgestellt.

ERAfrica

Hauptziel des auf drei Jahre angelegten (2010-2013) ERA-Nets ERAfrica war es, gemeinsame Förderaktivitäten europäischer und afrikanischer Programmträger umzusetzen. Von afrikanischer Seite sind neben Südafrika auch Ägypten, Burkina Faso, Elfenbeinküste und Kenia beteiligt. Im Rahmen der ersten Phase wurden insgesamt 17 von über 100 eingereichten Anträgen gefördert. Eine zweite Phase ist in Vorbereitung.

RINEA

Das Projekt RINEA (Research and Innovation Network for Europe and Afrika) unterstützt das Büro des hochrangigen Politik-Dialoges (HLPD) z. B. in der Erarbeitung von Analysen und Stellungnahmen, die durch das Büro beauftragt werden. Gemeinsame Förderinitiativen zwischen europäischen und afrikanischen Förderorganisationen können durch RINEA im Rahmen der Planung und Vorbereitung unterstützt werden. Darüber hinaus betreibt RINEA ein Internetportal, das spezifisch auf die Kooperationen beider Kontinente in Wissenschaft, Technologie und Innovation fokussiert und auch die politischen Hintergrunddokumente zur Erarbeitung der gemeinsamen EU-Afrika-Strategie (JAES) sowie den aktuellen Stand der Entwicklungen widerspiegelt. Diese Dokumente werden durch das HLPD-Büro offiziell zur Verfügung gestellt. 

CAAST-Net Plus

CAAST-Net Plus(CN+) ist das auf vier Jahre (2013-2016) angelegte Folgeprojekt von CAAST-Net (2008-2012) – beides INCO-Net Projekte im Rahmen des 7. FP der EU. Das übergreifende Ziel ist, Kooperationen im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation zwischen Akteuren aus Subsahara-Afrika und Europa durch die Koordination und Förderung eines entsprechenden Netzwerkes zu ermöglichen und zu intensivieren. CN+ besteht aus 25 Konsortialpartnern aus Afrika und Europa. Das Internationale Büro ist als Co-Leader mit DST (Südafrika) im Arbeitspaket 4 (Unterstützung des Afrika-EU Politdialogs in den Bereichen Forschung, Technologie und Innovation vertreten und besonders verantwortlich für die jährlichen Stakeholderforen.

ESASTAP 2020

Das auf weitere 3 Jahre (2016-2019) angelegte Nachfolgeprojekt des BILAT Südafrika ESASTAP und ESASTAP plus verfolgt das Ziel, die seit 1996 bestehende strategische Partnerschaft zwischen der europäischen Union und Südafrika weiter auszubauen und zu vertiefen – vor allem im Bereich Innovation. An dem Projekt sind vier südafrikanische (DST, NRF, ASSAf, TIA) und sechs europäische Partner (aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italie, Norwegen und Österreich) beteiligt.

EUREKA

Das EUREKA-Netzwerk ist eine europäische Initiative zur Initiierung und Umsetzung anwendungsorientierter, grenzüberschreitender Forschungs- und Entwicklungsprojekte für zivile Zwecke, Dabei unterstützt EUREKA die Projektvorbereitung und -durchführung von innovativen Kooperationsprojekten um Forschung und Entwicklung (FuE) auf strategisch wichtigen Feldern anzustoßen. Derzeit sind 40 Staaten und die Europäische Kommission Mitglieder in EUREKA:

Die EU-Staaten, Island, Israel, die ehemalige Republik Mazedonien, Monaco, Montenegro, Norwegen, Russland, San Marino, Schweiz, Serbien, Ukraine, Türkei. Zusätzlich kann mit Ländern außerhalb Europas ein Assoziierungsabkommen geschlossen werden.

2013 stellte der damalige südafrikanische Minister für Wissenschaft und Technologie, Mr. Derek Hanekom, den Antrag, als assoziiertes Mitglied in EUREKA aufgenommen zu werden. Entsprechend den Regularien haben die Hohen Repräsentanten von EUREKA über dieses Aufnahmeersuchen am 20.6.2014 positiv entschieden. Derzeit gibt es neben Südafrika auch Assoziierungsabkommen mit der Republik Süd Korea und Kanada.

In 2016 wurde Südafrika ein neues Partnerland in EUROSTARS. Eurostars ist ein von EUREKA und H2020 gemeinsam finanziertes Programm, um kleine und mittlere Unternehmen bei einer Kooperation mit zum Netzwerk gehörenden Partnern zu unterstützen. 

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland auch vom Internationalen Büro (IB) unterstützt.


Erfolgsgeschichten:

Pflanzenwespen im südlichen Afrika

Im Rahmen der deutsch-südafrikanischen wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit wurde die Kooperation zwischen dem Museum für Naturkunde und dem Agricultural Research Council (ARC) gefördert. Daraus ging ein Buch über die erste zusammenfassende Darstellung über Pflanzenwespen (Symphyta) für die afrotropischen Region hervor.

 Titelseite des Buches über afrotropische Pflanzenwespen

Die allgemeinen Kapitel behandeln die Geschichte der Erforschung der afrotropischen Symphyten, biogeographische Analysen, ihre Habitatbindungen, die verschiedenen Sammel- und Konservierungsmethoden, die allgemeine Morphologie der Pflanzenwespen, neue Kenntnisse zur Ontogenese der afrotropischer Arten, Hypothesen für die Ursachen ihrer Seltenheit, speziell im südlichen Afrika und die vermutlichen Gründe des Aussterbens bestimmter Arten. Empfehlungen zum Schutz bestimmter Habitate runden diesen Themenkomplex ab.

Der spezielle Teil beinhaltet zunächst die Bestimmungsschlüssel zu den betreffenden Familien, Gattungen und Arten. Danach werden alle endemischen sowie die drei Neozoen im südlichen Afrika farbig dargestellt, beschrieben und genitalmorphologisch illustriert. Im Anhang befinden sich 15 Karten zur Verbreitung der dokumentierten Arten sowie ein umfangreiches Verzeichnis der ausgewerteten Originalliteratur.

Museum für Naturkunde
Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
Invalidenstraße 43
D-10115 Berlin, Germany
Ansprechpartner: Dr. Frank Koch
Tel.: 030 2093 8517
Fax.: 030 2093 8868
E-Mail: frank.koch@mfn-berlin.de
Webseite: http://www.naturkundemuseum-berlin.de


Die verletzliche Haut der Erde

Die weltweite Bedeutung biologischer Krusten in verschiedenen Klimazonen und die Erkenntnisse, die bei ihrer Erforschung in Australien, Grönland, Südafrika, der Schweiz und Deutschland gewonnen wurden, wurden in einem populärwissenschaftlichen Film dargestellt. Dieser Film (Dauer: 52 Minuten) wurde in Zusammenarbeit mit ARTE und dem Hessischen Rundfunk (HR) produziert und im Frühjahr 2011 ausgestrahlt.

Sie können sich hier den Trailer zum Film ansehen:

Universität Kaiserslautern
FB Biologie, Pflanzenökologie&Systematik
Postfach 3049
D-67653 Kaiserslautern
Ansprechpartnerin: Dr. Bettina Weber
Tel.: 0631 205 2819
Fax: 0631 205 2998
E-Mail: weberb@rhk.uni-kl.de
Webseite: http://www.uni-kl.de/FB-Biologie/AG-Buedel/