Tschechische Republik

Die Tschechische Republik blickt wie Deutschland auf 600 Jahre Wissenschaftstradition. Wirtschaftlich setzen beide Länder auf industrielle Branchen, v. a. den Maschinen- und Automobilbau. Neu sind die enormen tschechischen Anstrengungen Forschung und Innovation zu fördern. Von der Stärke beider Länder in Wissenschaft und Wirtschaft soll der Europäische Forschungsraum profitieren.

Flagge der Tschechischen Republik

Förderung der Zusammenarbeit

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit verschiedenen Förderbekanntmachungen die Zusammenarbeit deutscher Einrichtungen mit tschechischen Partnern. Durchgehend geöffnet bis Ende 2017 ist die Bekanntmachung „Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittelost- und Südosteuropa“.

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Aktuelles

Im Februar 2015 startete eine deutsch-tschechische Konferenzreihe zu den tschechischen Exzellenzzentren in Prag mit den Themenfeldern Materialphysik, Informations-/Kommunikationstechnologien und Umweltforschung. An der Veranstaltung unter Beisein von BMBF-Abteilungsleiter Volker Rieke nahmen mehr als 100 tschechische und deutsche Experten teil. Der Erfolg der Konferenz erwies sich bei der Teilnehmerbefragung vor allem darin, dass über 70 Prozent von erfolgten oder geplanten Anschlussaktivitäten berichteten. Aus den Veranstaltungsteilnahmen resultierten außerdem sechs Einreichungen bei der BMBF-Bekanntmachung „Auf- und Ausbau gemeinsamer Forschungsstrukturen in Europa“.

Deutschland und die Tschechische Republik haben mit dieser Konferenz einen Auftakt für eine intensivere Zusammenarbeit gesetzt. Es sollen weitere Konferenzen etwa zur Gesundheits- oder Werkstoffforschung folgen.

Bild der Veranstaltung

Politischer Rahmen

Grundlage der bilateralen Kooperation ist das Abkommen über die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit vom 2. November 1990, das ursprünglich zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik geschlossen wurde. Seit dem 30. September 1999 existiert zudem ein bilaterales Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit. Darüber hinaus gibt es seit dem 23. November 2007 ein Abkommen zwischen beiden Regierungen über die gegenseitige Anerkennung der Gleichwertigkeit von Bildungsnachweisen im Hochschulbereich.

Den aktuellen Rahmen der Zusammenarbeit bildet der im Juli 2015 unterzeichnete Strategische Dialog zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik.

Strategische Gesamtzielrichtung der tschechischen Regierung ist es, mehr Spitzenforschungsergebnisse hervorzubringen und mehr Unternehmen an Forschung und Entwicklung zu beteiligen. Im Februar 2016 hat die Regierung dazu die Nationale Politik für Forschung, Entwicklung und Innovation (NP VaVaI) für den Zeitraum 2016 bis 2020 beschlossen. In diesem Strategiedokument werden fünf Bereiche genannt, in denen die tschechische Wissenschaft noch Aufholbedarf hat, und entsprechende Lösungen vorgestellt. Diese Ansatzpunkte liegen z. B. bei dem Management von Wissenschaft und Forschung, der Zusammenarbeit zwischen privatem und öffentlichem Sektor und bei der Innovation in Unternehmen. Das Dokument enthält außerdem einen Entwurf für prioritäre Themen der angewandten Forschung, die in weiteren Diskussionen mit der Fachöffentlichkeit abgestimmt werden.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

In Feldern gemeinsamer Stärke, wie sie der Innnovation Union Progress Report (IUPR) 2013 ausweist, bestehen die engsten Kooperationen vor allem in den Bereichen:

  • Umweltforschung,
  • Werkstoffforschung sowie
  • Mobilität.

Weiterhin zeigt sich in den Bereichen Gesundheit und Produktionstechnologien intensive Zusammenarbeit. Deutschland und die Tschechische Republik kooperieren außerdem stark in Teilbereichen der strategisch wichtigen Key-Enabling-Technologies (KET).

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Strategischer Dialog

Die Außenminister von Deutschland und der Tschechischen Republik haben Ende 2014 vereinbart, einen „strategischen Dialog“ über die ganze Breite der bilateralen Beziehungen ins Leben zu rufen. Als konkrete Ansatzpunkte des Strategischen Dialogs, der am 03.07.2015 unterzeichnet wurde, sind im Bereich Forschung und Entwicklung u.a. benannt:

  • Fortsetzung der begonnenen bilateralen Konferenzreihe,
  • Erfahrungsaustausch durch eine Seminarreihe auf Regierungsamt-/BMBF-Ebene,
  • Nutzung der Förderprogramme des BMBF zur Kooperation deutscher Einrichtungen mit tschechischen Partnerinstitutionen,
  • Vorbereitung des Austauschs von deutschen und tschechischen FuE-Experten.

Internationale Maschinenbaumesse MSV Brünn

Im Oktober 2011 war das BMBF erstmals mit einem Gemeinschaftsstand auf der Maschinenbaumesse MSV in Brünn vertreten und präsentierte zehn deutsche Forschungsakteure. Nach 2012 und 2013 wurde vom 29.09. bis 03.10.2014 der vierte, mit 13 Unterausstellern größte Gemeinschaftsstand auf der MSV ausgerichtet. In den vier Jahren präsentierten sich insgesamt ca. 30 Hochschulen, FuE-Netzwerke, Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Neben dem Schwerpunktthema Maschinenbau sind insbesondere die Forschungsthemen Werkstofftechnik, Mikrosystemtechnik, Energie- und Materialeffizienz sowie Antriebstechnik auf dem jeweils vom Internationalen Büro organisierten Gemeinschaftsstand vorgestellt worden.

Die Eröffnung des Standes 2013 wurde im Beisein des damaligen tschechischen Vizebildungsminister Tomáš Hruda und des ehemaligen Industrieministers Jiří Cienciala vorgenommen. Hochrangiger Besuch erfolgte auch 2014 mit dem tschechischen Vizepremier für Wissenschaft, Forschung und Innovation, Pavel Belobradek.

Wissenschaftstag 2014

Das BMBF beteiligte sich im Mai 2014 am Deutsch-Tschechischen Wissenschaftstag, der von der Prager Botschaft und dem Tschechischen Humboldt-Club ausgetragen wurde. Im Beisein des tschechischen Vizeministers für Hochschulen und Forschung, Jaromir Veber, wurden die beiderseitigen Forschungslandschaften vorgestellt, Vertreter der vier deutschen Wissenschaftsorganisationen sowie von DFG und DAAD stellten sich und ihre Kooperationsangebote den circa 90 Besuchern vor.

Informationen zur Forschungslandschaft

Eine neue tschechische Forschungsstruktur ist im Rahmen der EU-Förderphase 2007-2014 entstanden. Kofinanziert mit EU-Strukturfördermitteln wurden acht europäische Exzellenzzentren aufgebaut sowie 40 regionale Forschungszentren auf- bzw. ausgebaut. Die Exzellenzzentren gelten der

  • Laserphysik (ELI Beamlines),
  • Großrechneranlagen/Informatik (IT4Innovations, NTIS),
  • Gesundheit (Klinikzentrum und CEITEC Brünn),
  • Biotechnologie/Biomedizin (BIOCEV)
  • Mechanik (Centrum Excelence Telč),
  • Umwelt (CzechGlobe, CEITEC Brünn).

Hauptschwerpunkte der weiteren regionalen Forschungszentren sind Gesundheit/Ernährung mit zehn sowie Klima/Energie mit neun Einrichtungen. Zu den Schlüsseltechnologien zählen 24 Forschungszentren, davon bilden die Werkstoffforschung mit vier und die Nanowissenschaften mit je drei die größten Untergruppen.

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland auch vom Internationalen Büro unterstützt, u.a. zeichnete sich das Internationale Büro verantwortlich für die Organisation der BMBF-Messeauftritte in Brünn.