Ukraine

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine in Wissenschaft, Technologie und Innovation sowie im Bildungsbereich besitzt eine langjährige Tradition. Die Kooperation gewinnt zusätzliche Bedeutung durch die jüngsten politischen Entwicklungen und durch die herausgehobene Rolle der Ukraine im Rahmen der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union.

Flagge Ukraine

Förderung der Zusammenarbeit

Grundsätzlich können im Rahmen laufender Bekanntmachungen auf Antrag Zuschüsse für Maßnahmen der bilateralen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und der Ukraine gewährt werden.

Politischer Rahmen

Zentrale Grundlage der Zusammenarbeit ist die 1993 unterzeichnete "Gemeinsame Erklärung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie der Bundesrepublik Deutschland und des Staatskomitees für Wissenschaft und Technologie der Ukraine über wissenschaftlich-technische Beziehungen". Partner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine. Die 10. Tagung der gemeinsamen deutsch-ukrainischen WTZ-Arbeitsgruppe fand im Juni 2014 in Kiew statt.

Zusätzlich finden Kooperationen zwischen deutschen und ukrainischen Einrichtungen im Rahmen der Östlichen Partnerschaft innerhalb der Nachbarschaftspolitik der EU und im internationalen Kontext statt. Dabei basiert die Zusammenarbeit zwischen der EU und der Ukraine in Wissenschaft und Technologie auf einem entsprechenden Abkommen vom Juli 2002, das im Juli 2015 erneuert wurde. Insbesondere die Bereitschaft der Ukraine, sich intensiver am Europäischen Forschungsraum (ERA) auszurichten, beispielsweise durch die Assoziierung an das EU-Programm Horizont 2020, eröffnet auch für Deutschland neue Perspektiven in der Intensivierung der Forschungskooperationen mit diesem Zielland.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkte in der bilateralen Kooperation liegen in den Bereichen

  • Biotechnologie,
  • Nanotechnologie, neue Materialien und Produktionstechnologie,
  • Gesundheitsforschung und Medizintechnik,
  • Technologien für die effektive Nutzung der Ressourcen und Energie, nachhaltige Umwelttechnologie.

Kooperationspartner auf deutscher Seite sind überwiegend Hochschulen und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft; ukrainische Partner sind vor allem die Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und die Hochschulen.

Zur Unterstützung der Zusammenarbeit mit der Ukraine im Auftrag des BMBF ist ein Ansprechpartner für Forschungskooperationen in Kiew tätig, der vom DLR Projektträger, Internationales Büro betreut wird. Er sammelt und bewertet Informationen zu Wissenschafts- und Innovationspotenzialen und zu aktuellen Entwicklungen in der Ukraine, pflegt kooperationsbezogene Kontakte mit deutschen und ukrainischen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in Behörden und Forschungseinrichtungen vor Ort, berät deutsche Akteure und wirkt bei der Realisierung bilateraler Aktivitäten in der Ukraine mit.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Im Rahmen des Aktionsplans Ukraine der Bundesregierung initiiert und betreut das BMBF zusammen mit deutschen Wissenschafts- und Mittlerorganisationen bedarfsorientierte Maßnahmen in diversen Zielfeldern in der Ukraine, zum Beispiel zur Internationalisierung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen und zur Erhöhung der Forschungsleistung der Universitäten sowie zur Umstrukturierung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine. In diesem Zusammenhang fanden kürzlich die folgenden bilateralen Veranstaltungen statt:

  • Forum zu aktuellen Herausforderungen in Bildung, Wissenschaft und Innovation an Hochschulen mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine und der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew als Hauptveranstaltern auf ukrainischer Seite (März 2015, Kiew)
  • Workshop zu Evaluationsmethoden mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine (März 2015, Kiew)
  • Konferenz zu deutsch-ukrainischen Erfahrungen bei der Europäisierung der ukrainischen juristischen Ausbildung an der Juristischen Fakultät der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew (November 2014, Kiew)

Die genannten Veranstaltungen wurden vom BMBF mitausgerichtet bzw. finanziell unterstützt und vom DLR Projektträger, Internationales Büro inhaltlich und organisatorisch begleitet. Folgeaktivitäten befinden sich in der Planung.

Außerdem werden mehrere vom BMBF mitfinanzierte Vorhaben der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie unterstützt. Sie basieren auf mit der ukrainischen Seite abgestimmten Bekanntmachungen und werden vom DLR Projektträger, Internationales Büro fachlich und administrativ betreut.

  • In einem solchen Vorhaben aus dem Bereich der regenerativen Medizin wird beispielsweise das komplementäre Wissen deutscher und ukrainischer Biologen, Stammzellforscher und Mediziner zur Verbesserung von Prozessschritten genutzt, durch die die Kosten für die Lagerung von Stammzellen gesenkt werden.
  • Ein weiteres deutsch-ukrainisches Kooperationsprojekt leistet einen Beitrag zur Entwicklung einer neuen Klasse von Krebsmedikamenten für die Entwicklung neuer Krebstherapiestrategien.

Kooperationen im Rahmen der EU / Multilaterale Zusammenarbeit

Die vom BMBF gestaltete bilaterale Kooperation mit der Ukraine wird im europäischen Kontext durch vier EU-Projekte ergänzt, an denen der DLR Projektträger, Internationales Büro, 2015 teilnimmt bzw. teilnahm:

  • RI-LINKS2UA (2016-2019) Ziel des Projekts ist es, die Integration der Ukraine in den Europäischen Fotschungsraum (EFR) zu fördern und zu stärken.
  • BILAT-UKR*AINA (2012-2015) unterstützte den Politikdialog zwischen der EU und der Ukraine und zielte auf eine verstärkte ukrainische Teilnahme an den EU-Forschungsprogrammen (7. Rahmenprogramm und Horizont 2020) ab;
  • BLACK SEA HORIZON (2015-2018) unterstützt die Beziehungen zwischen der EU und der Schwarzmeer-Region durch vielfältige Maßnahmen im Bereich von Wissenschaft, Technologie und Innovation.
  • Danube-INCO.NET (2014-2017) unterstützt die EU-Strategie für die Donauregion in den Schwerpunkten "Wissensgesellschaft" und "Wettbewerbsfähigkeit" durch Politikdialog, Netzwerke und Analysen;
  • IncoNet EaP (2013-2016) diente der Etablierung eines Politikdialogs zu Forschung und Entwicklung zwischen den Ländern der EU und den Ländern der Östlichen Partnerschaft sowie der Einbindung der Region in den europäischen Forschungsraum;
  • NoGAP (2013-2016) zielte ab auf eine verstärkte EU-Kooperation mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft – neben der Ukraine sind auch Georgien und Weißrussland beteiligt – zum Aufbau eines „Gemeinsamen Raums für Wissen und Innovation“, um der sozialen Herausforderung sicherer, sauberer und effizienter Energie zu begegnen.