Wissenschaftlich‐Technologische Zusammenarbeit (WTZ)

Im Rahmen der internationalen Forschungszusammenarbeit sind die „Abkommen zur Wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ)“ mit einem Land allgegenwärtig. Doch was verbirgt sich unter dem sperrigen Begriff? Im Rahmen eines WTZ-Abkommens werden wissenschaftliche Fragestellungen in bilateralen Projekten untersucht. Häufig koordiniert ein Lenkungsausschuss aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Ministerien die Zusammenarbeit.

Die Basis für die bilaterale Kooperation bildet häufig ein gemeinsames Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit. Eine Übersicht über bestehende WTZ-Abkommen finden Sie auf der WebsiteKooperation international“. Diese bilateralen Kooperationen ermöglichen Vorhaben, die auf das jeweilige Partnerland und seine Beziehungen zu Deutschland zugeschnitten sind.

Der Bundesbericht Forschung und Innovation 2014 (PDF, 11,9 MB) den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) herausgegeben hat, zeigt deutlich die Ziele der WTZ-Abkommen auf: „Die Beteiligung an internationalen Forschungsprogrammen zur Lösung globaler Probleme, der Ausbau und die Verbesserung bilateraler Beziehungen und der Zugang zu interessanten Forschungsregionen sind drei wesentliche Ziele der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit (WTZ). Darüber hinaus zielen die Kooperationen auf politische Stabilisierung und Aufbauhilfe sowie Technologieexport und Markterschließung insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen.“ (Seite 138)

Die deutsche Forschungspolitik verfolgt dabei das Ziel, in Ländern mit Wissenschafts- und Technologieressourcen von strategischer Bedeutung besonders präsent zu sein. Strategische Bedeutung nehmen besonders Länder mit einer hohen Entwicklungsdynamik und einem Zukunftsmarkt ein.

In den letzten Jahren hat sich ein Wandel bemerkbar gemacht, durch den die WTZ und Entwicklungszusammenarbeit stärker aufeinander abgestimmt werden:

  • Stärkung der regionalen Entwicklung durch international, national oder regional vernetzte Forschungs- und Innovationskooperation
  • Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften an Hochschulen
  • Ausbau eines internationalen Dialogs in Bildung, Forschung und Innovation, der unter anderem die Grundlage für neue Kooperationsmodelle zwischen Forschungseinrichtungen in Deutschland und wichtigen Entwicklungsländern bildet.

Entstehung des Begriffs Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ)

Der Begriff „Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit“ (WTZ) musste sich erst entwickeln. Zuvor wurden häufig verschiedene Begriffe für bilaterale Abkommen verwendet. Die meisten Regierungsabkommen und Einzelvereinbarungen verwendeten den Begriff „Zusammenarbeit in wissenschaftlicher Forschung und technologischer Entwicklung“. Der Begriff „Wissenschaftlich‐Technologische Zusammenarbeit“ wurde angelehnt an den englischen Begriff „Cooperation in Science and Technology“ in Abstimmung des BMBF mit dem Internationalen Büro geprägt und sollte eine inhaltliche Abgrenzung gegenüber dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ heute GIZ) mit deren Begriff „TZ“ für Technische Zusammenarbeit bzw. technische Hilfe, darstellen.