Zukunftsstadt

Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Dadurch steigt der Energie- und Ressourcenverbrauch. Wie geht man mit dieser Entwicklung um? Wie macht man Städte zu zukunftsfähigen und nachhaltigen Lebensräumen?

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© BMBF

Mit diesen und weiteren Fragen, gebündelt unter dem Thema „Zukunftsstadt“, beschäftigt sich die aktuelle Zukunftskampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Stärken des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschlands werden hierbei durch gezielte Aktivitäten im Ausland vermarktet.

In diesem Zusammenhang sollen deutsche Lösungen im Ausland angeboten, aber auch internationale Fachexperten gewonnen werden. Dabei konzentriert sich die Kampagne auf die folgenden vier Themenfelder aus dem Kontext „Zukunftsstadt“: 

 

  • Energie, Ressourcen und Infrastruktursysteme,
  • Mobilität und Warenströme,
  • Daten, Informationsgrundlagen und Wissensvermittlung und
  • Schnittstellentechnologien.

Zielländer der Kampagne sind China, die USA, Indien, Vietnam und Kolumbien.

Beteiligungsmöglichkeiten und Förderung

Für die Kampagne werden Best-Practice-Beispiele in Form von Forschungsverbünden, -netzwerken und Clustern mit Partnern aus Forschung, Industrie und Kommunen aus Deutschland gesucht. Diese Best-Practice-Projekte können eine Förderung von jeweils maximal 100.000 Euro erhalten, um sich und ihre Arbeit international zu präsentieren,  zu vermarkten und sich international zu vernetzen. Insgesamt können zehn Best-Practice-Projekte gefördert werden.

Details dazu können der Bekanntmachung entnommen werden. Der Stichtag war der 03. Mai 2016.

Deutsch-Indischer Ideenwettbewerb

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung führte vom 27. April bis zum 10. Juni 2016 im Rahmen seiner Kampagne „Shaping the Future – Building the City of Tomorrow“ gemeinsam mit der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ einen deutsch-indischen Ideenwettbewerb durch. Gesucht wurden nachhaltige und innovative Ideen für das Entsorgungsproblem in Indien. Der Wettbewerb fand auf der Open-Innovation-Plattform http://www.innovationskraftwerk.de statt, auf der Ideengeber aus Indien und Deutschland ihre kreativen Vorschläge auf Englisch veröffentlichen konnten.

Eine hochkarätige Jury mit Vertretern aus der indischen und deutschen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft hat nun die zwei innovativsten Ideen ausgewählt:

Eine der beiden Preisträgerinnen ist Frau Poonam Bir Kasturi aus Indien mit ihrer Idee des „Community Composters“: Der Komposter, der in indischen Wohneinheiten organischen Abfall in nährstoffreichen Dünger verwandeln soll, folgt dabei dem Motto „Make waste visible and beautiful“. Auch Frau Isabella Aberle aus Deutschland hat die Jury mit ihrer Idee „Virtual Reality of a cleaner India“ überzeugt: Sie möchte Menschen in Indien in die virtuelle Zukunft ihres Landes eintauchen und ein sauberes Indien erleben lassen.

Die beiden Preisträgerinnen wurden am 29. September 2016 bei einer feierlichen Preisverleihung im Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus in Neu Delhi ausgezeichnet und mit einer Reise zu Forschungseinrichtungen nach Deutschland beziehungsweise Indien gewürdigt. Ziel dieser Reise ist es, durch neu gewonnene Kooperationen und Netzwerke die Ideen weiterzuentwickeln und somit ihr Umsetzungspotenzial zu erhöhen.

Hintergrund

Das Thema „Zukunftsstadt“ wurde 2015 bereits als Thema für das nationale Wissenschaftsjahr aufgegriffen. Als internationale Fortführung widmet sich nun auch die internationale Forschungsmarketingkampagne „Zukunftsstadt“ diesem Thema. Die Wichtigkeit des Themas zeigt sich auch in der aktuellen Hightechstrategie 2020 der Bundesregierung, die das Zukunftsprojekt „Die CO2-neutrale, energieeffiziente und klimaangepasste Stadt“ formuliert hat. Die Aktivitäten der Kampagne „Zukunftsstadt“ werden in die übergeordnete Initiative „Research in Germany – Land of Ideas“ eingebunden, mit der für den Innovationsstandort Deutschland geworben wird.