OECD - Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Hauptziel der OECD ist es, das Leben der Menschen weltweit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht zu verbessern. Sie bietet Regierungen ein Forum, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen und Lösungen für gemeinsame Probleme zu suchen. Das Internationale Büro (IB) unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bei der Mitarbeit in der OECD.

Zwei Frauen vor dem OECD-Gebäude

© OECD/Victor Tonelli

Aktuelles

Die OECD-Wissenschaftsminister trafen sich erstmalig seit elf Jahren im Oktober 2015 in Südkorea. Deutschland stellte seine aktuelle Hightech-Strategie vor und berichtete über die G7-Wissenschaftsminister-Konferenz in Berlin.

Politischer Rahmen

Die 35 Mitgliedsländer der OECD setzen sich zusammen aus den Gründungsmitgliedern von1961: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien, Türkei, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, und den später hinzu gekommenen Mitgliedern: Japan (1964), Finnland (1969), Australien (1971), Neuseeland (1973), Mexiko (1994), Tschechien (1995), Südkorea (1996), Ungarn (1996), Polen (1996), Slowakei (2000), Chile (2010), Slowenien (2010), Israel (2010), Estland (2010) und Lettland (2016). 

22 der derzeit 28 EU-Staaten gehören der OECD an. Dazu gehört auch das Gründungsmitglied Deutschland. Die Europäische Union nimmt ebenfalls an der Arbeit der OECD teil. Aufgrund der Krim-Krise wurde der 2007 begonnene OECD-Beitrittsprozess mit Russland im März 2014 ausgesetzt. Die OECD plant, stärker mit den aufstrebenden Wirtschaftsmächten Brasilien, Indien, Indonesien, China und Südafrika (BIICS) zusammenzuarbeiten, und hat ihnen daher den Status von „Schlüsselpartnern“ verliehen. Teilweise nehmen diese Länder bereits an den Sitzungen der Bildungs- und Forschungsgremien teil. Das gilt auch nach wie vor für Russland.

Die OECD erhält durch die Intensivierung des Dialogs und der Zusammenarbeit mit Nichtmitgliedsländern in der ganzen Welt eine zunehmend globale Ausrichtung.

Durch ihre Analysen und Studien leistet die OECD einen Beitrag zur Bewältigung der Globalisierung und ihrer Folgen. Die OECD bietet den Regierungen einen Rahmen, der es ihnen ermöglicht, ihre Politikerfahrungen auszutauschen, nach Lösungsansätzen für gemeinsame Probleme zu suchen, empfehlenswerte Praktiken aufzuzeigen und auf eine Koordinierung nationaler und internationaler Politiken hinzuarbeiten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung arbeitet in den mitgliedstaatlichen Gremien der OECD mit, die zuständig für Bildungs- und Forschungspolitik sind. In diesen Gremien wird über die Durchführung von Projekten und Studien und die Zuteilung von Geldern entschieden. Die Ergebnisse der Projekte werden diskutiert und schließlich zur Veröffentlichung frei gegeben. Das Internationale Büro unterstützt die Beteiligung des BMBF an der Gremienarbeit der OECD durch seine fachliche Expertise.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Der steigenden Bedeutung der bildungspolitischen Arbeit in der OECD wurde mit der Ausgründung des Direktorates für Bildungswesen im Jahr 2002 Rechnung getragen. Abgestimmt wird das Arbeitsprogramm für die vorwiegend bildungspolitisch ausgerichteten Projekte im Bildungspolitikausschuss (EDPC), in dem der Bund durch das BMBF und die Länder durch die Kultusministerkonferenz vertreten sind. Das Zentrum für Bildungsforschung und -innovation (CERI) bearbeitet ein eigenes Arbeitsprogramm mit Bildungsforschungsprojekten, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte mit einschließt. Es wird vom CERI Governing Board gesteuert.

Deutschland beteiligt sich durch Mitarbeit in den zuständigen Gremien an der Gestaltung und Weiterentwicklung der Flaggschiffveröffentlichung des Bildungsdirektorats, "Bildung auf einen Blick" ("Education at a Glance").

Deutschland beteiligt sich auch an dem Programm PISA (Programme for International Student Assessment), der weltweit bekannten internationalen Schulleistungsstudie, die die Kompetenzen von 15-jährigen in den Kernbereichen Mathematik, Leseverständnis und Naturwissenschaften misst. Ebenso hat sich Deutschland an dem neuen OECD-Projekt zur Ermittlung von Kompetenzen der erwachsenen Bevölkerung (PIAAC) beteiligt.

In der Programmphase 2015-16 arbeitet Deutschland an dem OECD-Projekt zur beruflichen Bildung “Workbased Learning" ebenso mit wie an einem Projekt zu Fragen der Steuerung von komplexen Bildungssystemen („Governing Complex Education Systems“).

Das BMBF vertritt Deutschland in dem Ausschuss für Wissenschaftspolitik CSTP und beteiligt sich an der Erarbeitung der Flaggschiffveröffentlichung "Science, Technology and Industry (STI) Outlook", die alle zwei Jahre publiziert wird (zuletzt Herbst 2014) Über einen umfangreichen Fragebogen werden dem OECD-Sekretariat Informationen über die deutsche Forschungs- und Innovationspolitik zur Verfügung gestellt. Das OECD-Sekretariat wertet diese zusammen mit den statistischen Daten aus und veröffentlicht die Ergebnisse im STI Outlook (Länderkurzprofil Deutschland).

Zu den Aufgaben des Internationalen Büros gehört die Vor- und Nachbereitung von Gremiensitzungen der OECD (der beiden Bildungsgremien EDPC und CERI sowie die des Wissenschaftsgremium CSTP) und die Koordination von Informationsabfragen des OECD-Sekretariats. Unterstützung wird ebenfalls geleistet bei der Kommunikation und Durchführung der OECD-Projektarbeit und bei den großen Publikationen: Education at a Glance (Bildung auf einen Blick), STI Outlook und solche aus den Flaggschiff-Projekten PISA und PIAAC.

Ergebnisse der Zusammenarbeit

Stand der OECD mit Publikationen

© OECD/ Andrew Wheeler

(Die folgenden Links zu den OECD Publikationen bieten Zugang zu einer Leseversion bzw. soweit ein Abonnement zur OECDiLibrary vorliegt, auch zu einer PDF-Version, die heruntergeladen werden kann.)

Erfolgreiche Neuerungen im deutschen Wissenschaftssystem können mithilfe der OECD noch bekannter werden: So wurden die deutschen Erfahrungen mit Exzellenzförderung auf dem OECD Global Forum on Knowledge Economy im Oktober 2013 in Istanbul vorgestellt. Diese flossen auch in die OECD-Publikation „Promoting Research Excellence“ ein, die im Februar 2014 veröffentlicht wurde (deutsche Fallstudie).

Das BMBF und das japanische Forschungsministerium MEXT haben gemeinsam eine OECD-Studie zu sechs südostasiatischen Ländern finanziert, die 2013 erschien. Damit wurden erstmals Informationen zu den Forschungs- und Innovationssystemen dieser Länder erhoben, die einen Input in die weitere Ausgestaltung der Kooperation leisten können.

Ein neues Themengebiet erschloss die OECD mit der Studie „Meeting Global Challenges Through Better Governance“, die auf eine deutsche Initiative zurück geht. Das Internationale Büro war mit der Administration der Zuwendung an das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik betraut. Hintergrund der Studie ist, dass es in den letzten Jahren immer dringlicher geworden ist, Herausforderungen wie Klimawandel, globale Gesundheit und Ernährungssicherheit durch gemeinsame Forschungsanstrengungen länderübergreifend zu bewältigen. Die Publikation bietet detaillierte Infos und Analysen u. a. zu den Arbeiten der Internationalen Energieagentur, des Netzwerks internationaler Agrarforschungszentren und der Bill & Melinda Gates-Stiftung (Fokus Gesundheit). In Bezug auf die künftige Ausgestaltung multilateraler Kooperation zur Bewältigung globaler Herausforderungen gibt der Bericht eine Reihe von Empfehlungen.

Im Bildungsbereich sind in 2013 der Bericht zu Deutschland des OECD Berufsbildungsprojekts „Skills beyond School“ und 2015 die Fallstudie zum BMBF-Programm „Lernen vor Ort“ im Rahmen des OECD-Projekts „Governing Complex Education Systems“ erschienen. In beiden Fällen hat das Internationale Büro unterstützende Arbeiten übernommen. Auch an dem 2015 erschienenen umfangreichen Deutschland-Profil innerhalb der OECD-Schriftenreihe „Education Policy Outlook“ hat das IB mitgewirkt und die Schlussredaktion übernommen.