UNESCO – Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Die UNESCO hat als Sonderorganisation der Vereinten Nationen die Aufgabe, durch Förderung der internationalen Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit beizutragen. Sie wurde am 16. November 1945 als zwischenstaatliche Organisation gegründet. Derzeit sind 195 Staaten Mitglied der UNESCO (Stand 2018). Die Bundesrepublik Deutschalnd trat im Juli 1951 der UNESCO bei.

UNESCO-Logo

Aktuelle Entwicklung

Als Forum zur globalen intellektuellen Zusammenarbeit hat die UNESCO das wohl breiteste Programmspektrum aller UN-Sonderorganisationen. Dieses umfasst die Bereiche Bildung, Wissenschaft, Kultur sowie Kommunikation und Information. Die konkreten Ziele in den einzelnen Programmbereichen werden alle zwei Jahre von der UNESCO-Generalkonferenz neu festgelegt. Mittelfristige Strategien legen übergreifende Programmziele fest.

Das Sekretariat setzt das UNESCO-Programm operativ um. Im November 2017 wurde die Französin Audrey Azoulay als Generaldirektorin an die Spitze des Sekretariats gewählt. Als zweite Frau in dieser Funktion folgt sie auf die Bulgarin Irina Bokova, die seit 2009 dieses Amt innehatte.

Die UNESCO verfügt für die Jahre 2018 und 2019 über ein Gesamtbudget von 1,2 Milliarden US-Dollar, davon sind 595,2 Millionen US-Dollar durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Deutschland ist nach Japan und China der drittgrößte Beitragszahler der UNESCO. Die Finanzsituation ist seit den ausbleibenden Beitragszahlungen der USA seit 2011 – bis dahin größter Beitragszahler – angespannt. Diese schwierige Lage wird mittelfristig weiterhin bestehen bleiben: Im Oktober 2017 haben die USA ihren Austritt aus der UNESCO bekanntgegeben; dieser erfolgt zum Jahresende 2018.

Langfristige Aufgaben

Bildung

In der Bildungsarbeit der UNESCO steht die Globale Bildungsagenda 2030 im Mittelpunkt, deren Umsetzung die UNESCO federführend koordiniert. Zur Erreichung der gesteckten Ziele verabschiedeten die UNESCO-Mitgliedstaaten im Jahr 2015 einen „Aktionsrahmen für Bildung 2016-2030“. Der Aktionsrahmen legt fest, wie das globale Nachhaltigkeitsziel einer inklusiven, chancengerechten und hochwertigen Bildung für alle Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden soll.

Für die UNESCO ist Bildungsqualität nicht gleichbedeutend mit der Erfüllung bestimmter Leistungsstandards; auch Toleranz, Solidarität und Achtung der Menschenrechte müssen in den Schulen vermittelt werden. In den UNESCO-Projektschulen, allein in Deutschland 300, steht auf dem Lehrplan: „Zusammenleben lernen in einer pluralistischen Welt in kultureller Vielfalt“. Internationale Projekte, beispielsweise Tsunami-Hilfe für Sri Lanka oder Projekte zum euro-arabischen Dialog, sowie Schulpartnerschaften, Brief- und elektronische Kontakte füllen diesen Anspruch mit Leben. Mehr Informationen finden sich hier.

Die UNESCO richtet die Weltbildungsministerkonferenz (ICE) aus. „Inklusive Bildung: der Weg der Zukunft“ war das Thema der 48. UNESCO-Weltkonferenz der Bildungsminister vom 25. bis 28. November 2008 in Genf. Mehr Informationen zu ICE finden sich hier.

Die UNESCO ist für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2015-2019) verantwortlich. Ziel ist es, den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen des Bildungssystems zu verankern, so dass in Kindergärten und Schulen ebenso wie in Universitäten, Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen oder Forschungsinstituten das Leitbild einer ökologisch, ökonomisch und sozial zukunftsfähigen Entwicklung gelehrt und gelernt wird. Mehr Informationen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung finden sich hier und auf der offiziellen Homepage.

Im Hochschulbereich beschäftigt sich die UNESCO unter anderem mit der grenzüberschreitenden Bildung. Sie hat das Kooperationsnetzwerk der mehr als 700 UNESCO-Lehrstühle in circa 115 Ländern geschaffen, die im Ziel- und Themenhorizont der UNESCO forschen und lehren und dabei internationale Wissenskooperationen und interkulturellen Dialog besonders intensiv verfolgen. In Deutschland gibt es zwölf UNESCO-Lehrstühle (Stand Juni 2018). Mehr Informationen finden sich hier.

Wissenschaft

Die UNESCO bietet ein weltweites Forum, in dem Wissenschaft und Politik zusammenwirken, um Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung zu formulieren. Die UNESCO forscht nicht selbst und ist keine Einrichtung zur Forschungsfinanzierung. Sie unterstützt ihre Mitgliedstaaten bei der Schaffung von Kapazitäten (Ausbildung von Personal und Ausstattung von Institutionen), sie fördert internationale Forschungskooperationen und offenen Datenaustausch und sie definiert weltweite Standards.

Ziele des UNESCO-Wissenschaftsprogramms:

  • Frieden fördern durch wissenschaftliche Zusammenarbeit;
  • Entwicklungs- und Schwellenländern helfen, Forschungsinfrastrukturen aufzubauen, um am technischen und wirtschaftlichen Fortschritt teilzuhaben;
  • wissenschaftliche Erkenntnisse für konkrete, lokal angepasste Ziele einer nachhaltigen Entwicklung erarbeiten, unter anderem durch verbessertes Umweltmanagement;
  • ethische Fragen an den globalen Wandel und an neue Technologien stellen.

Träger des Wissenschaftsprogramms sind neben dem hauptverantwortlichen Pariser Sekretariat der UNESCO:

  • UNESCO-Regional- und Landesbüros (z.B. Regionalbüro für Südosteuropa in Venedig),
  • UNESCO-Wissenschaftsinstitute (z.B. IHE in Delft zur Ausbildung in Wasserthemen),
  • Wissenschaftliche Institute unter UNESCO-Schirmherrschaft,
  • Zwischenstaatliche und Experten-Gremien der wissenschaftlichen Langzeitprogramme,
    UNESCO-Nationalkommissionen,
  • Nationalkomitees der wissenschaftlichen Langzeitprogramme,
  • und UNESCO-Lehrstühle.

Nationalkomitees wurden in vielen Ländern eingerichtet, um Wissenschaftler auf nationaler Ebene möglichst umfassend in die Arbeit der UNESCO einzubeziehen. In Deutschland existieren Nationalkomitees für vier der sechs Langzeitprogramme: IHP, MAB, IGCP sowie die deutsche IOC-Sektion.

Zentrales Instrument, um die Ziele des UNESCO-Wissenschaftsprogramms zu erreichen, sind zwischenstaatlich gesteuerte, wissenschaftliche Langzeitprogramme zu konkreten Forschungsgegenständen und in bestimmten Disziplinen:

Weitere wichtige Programmelemente sind Bioethik und Menschenrechte.

Kultur

Schutz und Erhalt des kulturellen Erbes, Bewahrung und Förderung der kulturellen Vielfalt und der Dialog zwischen den Kulturen sind die Hauptaufgaben der UNESCO in diesem Programmbereich. Auf der UNESCO-Welterbeliste stehen über 1.073 Denkmäler in 167 Ländern. Das Übereinkommen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes, das im April 2006 in Kraft trat, und das Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, das im März 2007 in Kraft trat, sind neue bedeutende Instrumente der UNESCO für die internationale Kulturpolitik. Ausführliche Informationen zu diesem Bereich finden sich hier.

Kommunikation

Im Mittelpunkt steht die Förderung moderner Wissensgesellschaften („Knowledge Societies“), es geht um Meinungs- und Pressefreiheit und freien Zugang zu Information und Wissen. Die UNESCO fördert Informationstechnologien zur Überwindung der „digitalen Kluft“. In Entwicklungsländern und Konfliktregionen bildet sie Journalisten aus und baut unabhängige Medien auf. Das „Memory of the World“-Programm dient der Erhaltung des dokumentarischen Erbes. Ausführliche Informationen zu diesem Bereich finden sich hier.

Struktur

Die UNESCO besitzt gemäß ihrer Verfassung drei Organe:

  • Generalkonferenz,
  • Exekutivrat und
  • das Sekretariat

Die Generalkonferenz ist die Versammlung aller Mitgliedstaaten, die alle zwei Jahre tagt. In der Generalkonferenz besitzt jeder Mitgliedstaat eine Stimme. Sie ist das oberste Entscheidungs- und Kontrollorgan der UNESCO. Die Generalkonferenz legt die Zielsetzung und die allgemeinen Richtlinien der Arbeit der UNESCO fest. Sie beruft Staatenkonferenzen ein und verabschiedet Empfehlungen oder Übereinkommen. Die Generalkonferenz wählt die Mitglieder des Exekutivrats und beruft auf dessen Vorschlag den Generaldirektor / die Generaldirektorin.

Der Exekutivrat besteht aus 58 Mitgliedsstaaten und tagt fünf Mal im Biennium. Er prüft das Arbeitsprogramm der UNESCO und unterbreitet der Generalkonferenz Empfehlungen.

Das Sekretariat setzt das UNESCO-Programm operativ um. Im November 2017 wurde die Französin Audrey Azoulay als Generaldirektorin an die Spitze des Sekretariats gewählt. Als zweite Frau in dieser Funktion folgt sie der Bulgarin Irina Bokova, die seit 2009 dieses Amt innehatte. Das Sekretariat hat seinen Hauptsitz in Paris und verfügt weltweit über mehr als 50 Außenstellen.

Die UNESCO ist ein Forum für die internationale Zusammenarbeit und für den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen. Sie ist keine Entwicklungshilfeorganisation oder Agentur zur Projektförderung. Sie baut Modellprojekte auf, berät Regierungen durch Expertenmissionen sowie Ministerkonferenzen und fördert den Wissensaustausch durch mehr als 250 größere und unzählige kleinere Expertennetzwerke. Dauereinrichtungen sind die zwischenstaatlichen Programme, z.B. das Internationale Hydrologische Programm.

Eine wichtige Funktion der UNESCO ist die Erarbeitung normativer Instrumente auf zwischenstaatlicher Ebene. Sie hat zahlreiche internationale Konventionen, Empfehlungen und Deklarationen verabschiedet, am bekanntesten ist die Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes von 1972.

Haushalt

Die UNESCO verfügt für die Jahre 2018 und 2019 über ein Gesamtbudget von 1,2 Milliarden US-Dollar, davon sind 595,2 Millionen US-Dollar durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Deutschland ist nach Japan und China der drittgrößte Beitragszahler der UNESCO. Die Finanzsituation ist seit den ausbleibenden Beitragszahlungen der USA seit 2011 – bis dahin größter Beitragszahler – angespannt. Diese schwierige Lage wird mittelfristig weiterhin bestehen bleiben: Im Oktober 2017 haben die USA ihren Austritt aus der UNESCO bekanntgegeben; dieser erfolgt zum Jahresende 2018.

Anschrift

UNESCO
7, place de Fontenoy
F-75352 Paris 07 SP
Tel.: 00 33 1 - 45 68 10 00
Fax: 00 33 1 - 45 67 19 00
Internet: http://www.unesco.org/

Deutsche UNESCO Kommission e.V.
Colmantstraße 15
D-53115 Bonn
Internet: http://www.unesco.de/