Russische Föderation

Die Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Technologie ist eine wesentliche Säule der deutsch-russischen Beziehungen. Im April 2005 hatten beide Länder mit der "Gemeinsamen Erklärung über die deutsch-russische Strategische Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation" den politischen Willen bekräftigt, die Zusammenarbeit in einem breiten Spektrum von Forschungsgebieten auszubauen. Am 16. Juli 2009 wurde das Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit von 1987 novelliert.

Ansicht von Moskau

Lomonossow Universität © Dmitry Mordvintsev / Thinkstock

Fördermöglichkeiten für Russland

Grundsätzlich können auf Antrag im Rahmen laufender Bekanntmachungen nicht rückzahlbare Zuschüsse für die bilaterale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und Russland gewährt werden.

Noch bis zum 19. September 2017 läuft noch eine Ausschreibung der EU-Initiative ERA.Net RUS Plus zu Innovationsprojekten.

Politischer Rahmen

Die Ziele der Zusammenarbeit mit Russland, verankert im Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit (WTZ), umfassen v.a. den Ausbau der Kooperationsbeziehungen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen, die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der innovationsorientierten angewandten Forschung zwischen deutschen und russischen Unternehmen, die Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung, den Austausch junger Forschender sowie die Förderung gemeinsamer Forschungs- und Innovationsstrukturen.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Unter dem Motto "Partnerschaft der Ideen" brachte das Deutsch-Russische Jahr der Bildung, Wissenschaft und Innovation 2011/12 die Vielfalt und Exzellenz deutsch-russischer Bildungs- und Forschungskooperationen in beiden Ländern zum Ausdruck. Darüber hinaus wurden bedeutende Impulse für gemeinsame, nachhaltige Initiativen geschaffen.

Initiiert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) präsentierte sich Deutschland zwischen März 2012 und März 2014 mit einer Schwerpunktkampagne unter der Marke "Research in Germany - Land of Ideas" als attraktiver Partner in Bildung, Forschung und Innovation in Russland. Die thematischen Schwerpunkte umfassten hierbei Nanotechnologie, Umwelttechnologie/ Energieeffizienz, Gesundheit und Optische Technologien. Die Zusammenarbeit mit Partnern, v.a. außerhalb der Ballungsgebiete um Moskau und Sankt Petersburg, wurde erfolgreich angestoßen bzw. intensiviert. Die zahlreichen Maßnahmen wurden vom DLR Projektträger durch das Internationale Büro, im Auftrag des BMBF koordiniert und umgesetzt.

Auf dem EU-Russland-Gipfel im Dezember 2012 wurde durch Kommissionspräsident Barroso in Brüssel das EU-Russia Year of Science 2014 offiziell angekündigt. Das Wissenschaftsjahr war eine auf Wunsch und Betreiben der Kommission umgesetzte Initiative. Die Aktivitäten wurden über das EU-Projekt Bilat RUS Advanced unter der Federführung des DLR Projektträgers vom Internationalen Büro (Koordinator des Projektes) durchgeführt.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Die Übereinstimmungen der Forschungsinteressen Deutschlands, die sich aus der Hightech-Strategie 2020 für Deutschland ableiten, und Russlands, festgelegt in den Föderalen Zielprogrammen 2014-2020, finden ihren Ausdruck in speziellen Fachvereinbarungen, die seit 1992 zu wichtigen Kooperationsschwerpunkten geschlossen wurden.

Vor dem Hintergrund der zwischen Deutschland und Russland bestehenden "Strategischen Partnerschaft" ist die Förderung deutsch-russischer Kooperationen im Bereich angewandter, industrienaher und innovativer Forschung und Entwicklung von besonderer Bedeutung. Zur gezielten Stärkung der deutsch-russischen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet arbeitet der russische Fonds für die Unterstützung kleiner innovativer Unternehmen (FASIE) seit 2008 gemeinsam mit dem BMBF (Umsetzung durch das Internationale Büro) zusammen.

Im multilateralen Kontext ist die strategische Initiative ERA.Net RUS Plus „Further linking Russia to the ERA: Coordination of MS/AC S&T programmes towards and with Russia“ hervorzuheben, über die das BMBF im multilateralen Bereich die Forschungskooperation mit Russland unterstützt. Der DLR Projektträger koordiniert dieses EU-Projekt, das mit 30 Partnern das größte geographische ERA.Netz darstellt, und die gemeinsamen Förderbekanntmachungen. Zusammen mit den russischen und europäischen Förderorganisationen (unter anderem Ministerien wie zum Beispiel BMBF und MON) werden im Zeitraum 2014 - 2018 multilaterale Forschungs- und Innovationsprojekte in den Förderlinien „Innovation“ (themenübergreifend) und „Science&Technology“ ( Nanotechnologie, Umwelt/Klimawandel, Gesundheit sowie Sozial- und Geisteswissenschaften) unterstützt. Von den ursprünglich eingegangenen über 300 Anträgen konnten 2015 über 60 Projekte zur Förderung ausgewählt werden. Eine neue gemeinsame Förderbekanntmachung für Innovationsprojekte läuft noch bis zum 19. September 2017.

Ein weiteres EU-Projekt "Enhancing the bilateral S&T Partnership with the Russian Federation" (BILAT-RUS-Advanced), ebenfalls koordiniert vom DLR Projektträger, trug bis Oktober 2015 zur nachhaltigen Verwirklichung des gemeinsamen Forschungs-, Bildungs- und Kulturraums zwischen Europa und Russland bei und strebte dabei die Stärkung von Russlands Beteiligung an den Programmen der Europäischen Gemeinschaft an.

Im Rahmen des „Strategic Forum for International S&T Cooperation (SFIC)“ entstand 2014 eine Arbeitsgruppe zu Russland, die aus Vertreterinnen und Vertretern der EU-Mitgliedstaaten besteht, welche auch in nationalen Russlandaktivitäten bewandert sind. Die Arbeitsgruppe wird vom BMBF mit Unterstützung des DLR Projektträgers, Internationales Büro, geleitet. Ziel ist es, eine gemeinsame Strategie (neben der EU-Roadmap) zur FuE-Kooperation mit Russland zu erstellen.

Beispiele für erfolgreiche Projekte