Deutsch-Russisches Laboratorium erforscht Flachwasserökosysteme

Welche Auswirkungen haben menschliche Eingriffe und Klima-Veränderungen auf Ökosysteme wie die Ostsee? Unter anderem diese Frage untersucht das Ulrich-Schiewer-Laboratorium für experimentelle aquatische Ökologie (USElab). 2011 wurde das USElab in Rostock und St. Petersburg gegründet – Ende April 2015 konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Experimente im Meer

© H. Schubert

Das Labor soll der jahrzehntelangen Tradition deutsch-russischer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der aquatischen Ökologie eine permanente Struktur verleihen. Die Expertise der kooperierenden Institutionen soll für die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern und die Forschung in den Bereichen Brackwasserökologie und Chaosdynamik von Planktongemeinschaften genutzt werden.

Forschungsschwerpunkte

Schwerpunkte des USElab sind die Erforschung der Artenvielfalt und der Dynamik von Lebensgemeinschaften sowie physiologische, genetische und molekularbiologische Untersuchungen. Es werden Experimente unter kontrollierten Umweltbedingungen durchgeführt.

Vier Fässer - Experiment
Langzeit Mesokosmen-Experiment (teilgeschlossene Anlage)
© H. Schubert
Gläser mit Wasser und Plankton
Kurzzeit-Mikrokosmosexperiment
© H. Schubert

 

Fernstudienangebot für Nachwuchswissenschaftler

Entwickelt wurde ein Fernstudienangebot für Nachwuchswissenschaftler zur Bearbeitung und Bestimmung von Planktonproben aus Brackwasserhabitaten in den Übergangsbereichen von Flüssen und Meeren. Die Expertise der russischen Partner wurde für die gemeinsame Entwicklung des Fernstudienangebots genutzt. Im Projekt entwickelte Werkzeuge zur komfortablen Handhabung speicherintensiver Bilddaten sind dabei Grundlage für das webbasierte Training mit virtuellen Planktonproben. Das Modul wird ab Wintersemester 2015/2016 in das reguläre Lehrangebot der Universität Rostock integriert.

Russische und deutsche Wissenschaftler profitieren von der Zusammenarbeit

Während vom Fernstudienangebot hauptsächlich Studierende in Deutschland und Russland profitieren, wurden durch die Zusammenarbeit auch Kontakte zu weiteren Institutionen in beiden Ländern aufgebaut: So ermöglichten zum Beispiel die russischen Partner deutschen Wissenschaftlern Zugang zu seltenen Typusexemplaren. Russische Nachwuchswissenschaftler wurden im Rahmen von Arbeitsaufenthalten in Deutschland in Untersuchungstechniken eingearbeitet, die im Anschluss in den russischen Partnerinstituten etabliert wurden.

Partnereinrichtungen

  • Universität Rostock, Institut für Biowissenschaften
  • Leibniz-Institut für Ostseeforschung(IOW)
  • Russische Akademie der Wissenschaften, Institut für Cytologie und Institut für Zoologie

Betreut wurde die Förderung vom Internationalen Büro:

Ansprechpartnerin
Maria Josten
DLR Projektträger
Internationales Büro
Tel.: +49 228 3821-1415
E-Mail: maria.josten@dlr.de

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite des USELab.