USA

Die USA sind Deutschlands wichtigster Partner in der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit. Es gibt eine Vielzahl gemeinsamer und ergänzender Forschungsvorhaben in nahezu allen Bereichen. Die beiden Länder unterhalten traditionell einen intensiven Informationsaustausch. Jährlich werden einige tausend Wissenschafts- und Studienaufenthalte im jeweils anderen Land gefördert.

Bild mit Sonnenuntergang in Washington D.C.

© Internationales Büro/Johanna Füllmann

Förderungsmöglichkeiten für die USA

Grundsätzlich können auf Antrag Zuschüsse im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und den USA gewährt werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekte, in denen Forschende aus Deutschland und den USA zusammenarbeiten zu vielfältigen Themen. Außerdem werden von Seiten des für die Zusammenarbeit mit den USA zuständigen Länderreferates Mittel für Anbahnungsaktivitäten, Workshops, den Wissenschaftleraustausch und für die Nachwuchsförderung aufgewendet. Maßnahmen zur Werbung für den Studien- und Forschungsstandort Deutschland gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die Bekannmachung "Richtlinie zur Förderung von Antragstellungen im Rahmen des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 mit Partnern aus Nord- und Südamerika" ist noch bis zum 20. Dezember 2017 geöffnet.

Maßnahmen zur Sondierung und Vernetzung in Themenbereichen von besonderem BMBF-Interesse

In Abstimmung mit dem Internationalen Büro können in Einzelfällen zu Themen, die für das BMBF von strategischem Interesse sind, bilaterale Workshops und andere Veranstaltungen finanziell unterstützt werden. Diese sollen darauf ausgerichtet sein, Partner in Forschungsbereichen zusammen zu bringen, die einen Bezug zu den Fachprogrammen des BMBF und dem europäischen Forschungsrahmenprogramm haben (siehe Schwerpunkte der Kooperation). In der Regel wird die Unterstützung in Form einer Bezuschussung von Reisekosten deutscher Projektteilnehmer in die USA gewährt. In Ausnahmefällen können Sachmittel (in Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung eines Workshops) gefördert werden.

Die Konzeption und Vorbereitung solcher Workshops findet in Abstimmung mit dem BMBF statt. Bitte nehmen Sie deshalb vor der Beantragung Kontakt mit der fachlichen Ansprechpartnerin im Internationalen Büeo (IB), Dr. Barbara Hellebrandt, auf.

Aktuelles

Die zweite Sitzung der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und den USA fand am 06. Mai 2015 in Washington D.C. statt. Hauptthemen waren Gesundheit, Smart Cities, Intelligente Produktionsverfahren, Elektromobilität und Hochenergiephysik.

Politischer Rahmen

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA ist dezentral organisiert und wird von den Forschungsorganisationen, Forschungsinstituten bzw. Forschern selbstständig betrieben. Das im Februar 2010 unterzeichnete Regierungsabkommen über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) verleiht der Kooperation einen übergeordneten Rahmen. Auf Grundlage des Rahmenabkommens sind regelmäßige Joint Committee Meetings auf ministerieller Ebene vorgesehen. Das erste Treffen fand am 19./20.09.2011 in Berlin statt. Außerdem wurden mehr als 50 bilaterale Kooperationsvereinbarungen zwischen Einzelinstitutionen abgeschlossen, die die Basis für ein enges Netzwerk deutsch-amerikanischer Forschungsprojekte bilden.

Das WTZ-Abkommen zwischen den USA und der Europäischen Union von 1998 unterstreicht die europäische Dimension der Forschungszusammenarbeit und schafft weitere Kooperationschancen.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

SOFIA - Parabel-Flugzeug

© NASA / C. Thomas. Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie SOFIA während seines ersten Testflugs mit vollständig geöffneter Teleskoptür am 18. Dezember 2009 über der kalifornischen Mojave-Wüste.

Die Schwerpunkte in der Zusammenarbeit sind über die gesamte Breite der Forschungsgebiete gefächert. Die enge transatlantische Kooperation wird auch durch die gemeinsame Nutzung wissenschaftlicher Großgeräte in den USA und Europa dokumentiert. Hierzu gehören die Mitwirkung der USA beim Deutschen Elektronen Synchotron (DESY) sowie die US-Beteiligung am Bau des Large Hadron Collider (LHC) bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN), einschließlich der beiden großen LHC-Experimente.

Die Schwerpunkte der Kooperation zwischen Deutschland und den USA konzentrieren sich derzeit im Wesentlichen auf folgende Wissenschaftsbereiche:

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit mit den USA ist die Durchführung gemeinsamer Projekte in der Gesundheitsforschung.

Im Jahr 2009 wurde eine deutsch-US-amerikanische Förderinitiative in der Zusammenarbeit in den Computational Neurosciences begonnen. Hier fördern das BMBF und die National Science Foundation (NSF) bereits in einer vierten Förderrunde bilaterale Projekte. Im Bereich der Regenerativen Medizin unterstützt das BMBF die Projektkooperation mit dem kalifornischen Institut für Regenerative Medizin (CIRM) in der Stammzellenforschung. Erste gemeinsame Projekte wurden im Jahr 2010 begonnen. Eine Ausweitung der Kooperation ist vorgesehen.

Im Oktober 2010 wurde von Seiten des BMBF ein MoU zur Einrichtung des MIT-Germany Seed Funds unterzeichnet. Mit diesem neuen Mobilitätsfonds fördert das BMBF über das Internationale Büro die Kooperation von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des MIT mit deutschen Partnern. Die ersten Projekte werden ab dem Jahr 2012 gefördert, die Projekte der zweiten Runde beginnen im Jahr 2013.

Im April 2013 erfolgte die Bekanntmachung des BMBF im Bereich Nanotechnologie und dem Fokus der Zusammenarbeit mit den USA. Sechs Projekte werden gefördert, wobei die ersten zu Beginn des Jahres 2014 anliefen. Schwerpunktbereiche der Bekanntmachung sind Sicherheitsaspekte, Material- und Batterieforschung.

Hintergrundinformationen zur Forschungslandschaft in den USA

Die Zuständigkeiten für Forschung, Wissenschaft und Bildung teilen sich die Bundesregierung und die Bundesstaaten. Das gesamte Bildungswesen, einschließlich der Universitäten, unterliegt den Bundesstaaten. Einzelne Bundesstaaten haben auch ein Netz eigener Forschungsinstitute und eigene Forschungsprogramme etabliert. Der Bildungsbereich wird auf bundesstaatlicher Ebene vom 1980 gegründeten U.S. Department of Education vertreten, der aber nur einen sehr eingeschränkten Zuständigkeitsbereich hat.

Auf Bundesebene werden Wissenschaftspolitik und öffentliche Förderung von Forschung und Entwicklung von einem breiten Spektrum von Behörden, Fachministerien, Agenturen und Gremien getragen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den USA weder ein Wissenschafts- bzw. Forschungsministerium noch einen gemeinsamen Forschungsetat. Die vielfältigen Aktivitäten der verschiedenen Fachministerien und anderen staatlichen Einrichtungen werden formal im Weißen Haus durch das Office of Science and Technology Policy (OSTP), das Office of Management and Budget (OMB), den National Science and Technology Council (NSTC) und den President’s Council of Advisors on Science and Technology (PCAST) koordiniert.

Forschung und Entwicklung erfährt in den USA ihre öffentliche Förderung durch ein breites Spektrum von Ministerien (Departments) und Bundesagenturen und wird von 13 verschiedenen Kongresskomitees kontrolliert. Die budgetmäßig größten Fördergeber sind:

  • Department of Defense
  • Department of Health
  • NASA
  • Department of Energy

Folgende Bundesbehörden spielen im Kontext der FuE-Förderung eine prominente Rolle:

  • National Science Foundation – NSF
  • Department of Energy – DoE
  • Laboratorien des National Instititute of Standards and Technology – NIST
  • National Institutes of Health – NIH
  • National Aeronautics and Space Administration – NASA
  • National Oceanic and Atmospheric Administration – NOAA
  • Department of Homeland Security – DHS
  • Department of Defense – DoD
  • Environmental Protection Agency – EPA
  • Department of the Interior - DOI
  • United States Geological Survey – USGS
  • Department of Agriculture – USDA
  • Department of Education – ED
  • Department of Transportation – DOT

Das Department of State (DOS) hat kein eigenes, signifikantes FuE-Budget und auch keinen direkten Zugriff auf die (Forschungs-) Aktivitäten anderer Ressorts oder Wissenschaftseinrichtungen. Es spielt aber in der internationalen Kooperation auf dem Gebiet der Wissenschaftsaußenpolitik u. a. über die Abkommen im Bereich der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) eine Rolle.

Kooperationen im Rahmen der EU

Der Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen den USA und der EU wird bei regelmäßigen Treffen durch das Joint Science and Technology Cooperation Committee (JSTCC) zwischen der Regierung der USA und der Europäischen Kommission diskutiert. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen hier in den Forschungsbereichen der Meeres- und Polarforschung, Transport, Gesundheit sowie Nanotechnologie, fortgeschrittene Materialien und neue Produktionstechnologien (NMP).

Das Projekt BILAT USA 4.0 ist ein bilaterales Partnerschaftsprojekt zwischen der EU und den USA (www.euussciencetechnology.eu/). Ziel ist die Förderung der Zusammenarbeit mit den USA durch Länderanalysen, die Organisation thematischer Veranstaltungen für europäische und US-amerikanische Wissenschaftler sowie die Verbesserung der administrativen und finanziellen Rahmenbedingungen bei der Kooperation. Das Projekt vereint 16 Einrichtungen aus den USA und Europa. Koordinator ist der DLR Projektträger, das Internationale Büro.

Ein besonderes Highlight der europäisch-US-amerikanischen und kanadischen Kooperation:
die EU, Kanada und die USA unterzeichneten am 24. Mai 2013 das Galway Statement zur Kooperation im atlantischen Ozean. Das Abkommen beinhaltet u.a. die Etablierung von zwei Arbeitsgruppen (Meeres- und Arktisgruppe), die eine gemeinsame Forschungsagenda entwickeln und die Aktivitäten der drei Kooperationspartner stärker bündeln sollen.

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland vom Internationalen Büro (IB) unterstützt. Das Internationale Büro wirkt bei der Vorbereitung von Förderbekanntmachungen mit und begleitet laufende Forschungsprojekte wissenschaftlich sowie administrativ. Des Weiteren unterstützt das IB seine Auftraggeber bei der Durchführung von wissenschaftlichen Workshops, Informationsveranstaltungen und Vorträgen im internationalen Kontext.

In Bezug auf die Kooperation mit den USA betreut das IB die laufenden Projekte der Bekanntmachung im Rahmen der Förderung der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit den USA im Bereich Nanotechnologie, die MIT-Germany Seed Funds sowie weitere laufende Einzel- und Verbundvorhaben deutscher Forschungsinstitutionen mit den USA.