Zusammenarbeit mit Neuseeland

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt über das Internationale Büro die Anbahnung von neuen Kooperationsprojekten durch gemeinsame Workshops, Fact Finding Missionen und den Austausch von Wissenschaftlern. In der Regel wird hierzu im Frühjahr eines Jahres eine gemeinsame Bekanntmachung veröffentlicht.

Ansicht Neuseeland

© Internationales Büro/Hans-Jörg Stähle

 


Aktuelles

Anlässlich der Unterzeichnung des Abkommens zur Zusammenarbeit inWissenschaft und Technologie zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Neuseeland im Jahr 1977 fand am 5./6. Oktober 2017 im Uni-Club der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn die Veranstaltung:

Logo 40 Jahre Wissenschaftskooperation zwischen Deutschland und Neuseeland


"40 Jahre Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie zwischen der
Bundesrepublik Deutschland und Neuseeland"

  

statt, zu der das Bundesministerium für Bildung und Forschung eingeladen hatte.

Fördermöglichkeiten

Generell kann im Rahmen der bilateralen wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und Neuseeland eine finanzielle Unterstützung gewährt werden.

Weitere Informationen zu Förderungsmöglichkeiten.

Politischer Rahmen

Mit Neuseeland besteht ein Regierungsabkommen zur Zusammenarbeit auf wissenschaftlich-technologischem Gebiet seit 1977. Gemeinsam mit dem neuseeländischen Minister für Forschung, Wissenschaft und Technologie, Steve Maharey, unterzeichnete Bundesministerin Schavan Ende Februar 2007 eine Vereinbarung in Berlin. "Wir wollen durch gemeinsame Projekte die Kooperation in Wissenschaft und Forschung stärken", sagte Schavan. Minister Maharey betonte ebenfalls die Bedeutung des Abkommens: "Die wissenschaftliche Zusammenarbeit ist eines der wichtigsten Zukunftsfelder unserer Partnerschaft, die wir noch weiter ausbauen wollen."

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Die Kooperation zwischen Deutschland und Neuseeland existiert auf einer breiten Basis von unterschiedlichen Forschungsthemen. Besonders in den Bereichen

  • Umweltforschung mit Schwerpunkt auf dem Klimawandel
  • Ernährung, Agrarwissenschaften und Biotechnologie
  • Geo-, Meeres-, und Polarforschung
  • Gesundheitsforschung

sind Spitzenforscher beider Ländern gemeinsam erfolgreich.

Anlässlich eines BMBF Delegationsbesuchs im Dezember 2014 wurden die Gebiete Produktionstechnologien und nachhaltige Städte inklusive erneuerbare Energien als neue prioritäre Kooperationsfelder festgelegt. Gleichzeitig wird der Austausch von Studierenden und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zwischen beiden Ländern durch Stipendienprogramme außerordentlich erfolgreich unterstützt.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Erfassung der Drehgeschwindigkeit der Erde

Eine schon länger laufende sehr erfolgreiche Kooperation mit Neuseeland ist eine Projekt zur Erfassung von Variationen der Drehgeschwindigkeit der Erde mit Hilfe von Laserkreiseln, ein Gemeinschaftsprojekt der TU München mit der University of Canterbury, Christchurch, Neuseeland und der Oklahoma State University, Stillwater OK USA.

Meeresforschung

Ebenfalls herausragend ist die Kooperation mit neuseeländischen Forschern im Bereich der Meeresforschung, was durch gemeinsame Forschungsarbeiten im Rahmen von Fahrten des FS "Sonne" in den Jahren 1998, 2003 und 2007 jeweils besonders hervorgehoben wird. Im Januar 2010 hielt sich das FS „Polarstern“ in Wellington auf.

Angeregt von der Alexander von Humboldt-Stiftung wurde nach gegenseitigen hochrangigen Besuchen 2004 von Neuseeland der "Julius von Haast Fellowship Fund" eingerichtet, ein Stipendienprogramm für deutsche Wissenschaftler, das komplementär zu den AvH-Stipendien ist. Die Vertiefung der Kooperation in der Nanotechnologie, der Informations- und Kommunikationstechnologie und der Biotechnologie/Gesundheitsforschung stehen derzeit im Mittelpunkt der Diskussion auch in Zusammenhang mit europäischen Förderprogrammen. Die F&E-Kooperation Neuseelands mit Europa wird maßgeblich durch eine Wissenschaftsreferentin bei der neuseeländischen Botschaft in Brüssel und die neuseeländische Botschaft in Berlin unterstützt.

Besondere Aktivitäten des Internationalen Büros

Das Internationale Büro (IB) ist seit 1996 für die Umsetzung der bilateralen WTZ mit Neuseeland zuständig. Im Auftrag des BMBF verfolgt das Internationale Büro das Ziel, die internationale Vernetzung deutscher Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit Neuseeland auszubauen und leistet so einen Beitrag zur Umsetzung der internationalen Dimension in den Fachprogrammen des BMBF.

Die Zusammenarbeit des IBs mit Neuseeland soll

  • den Aufbau von Verbindungen im Bereich eigener Forschungsprioritäten erleichtern, hier insbesondere Klimaforschung und Ozeanographie
  • den Austausch von Wissenschaftlern beider Länder unterstützen, hier insbesondere durch die Verbreitung von Informationen zu den Programmen des DAAD, der AvH und auch zum neuseeländischen Julius von Haast-Programm.
  • Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Zugang zu einzigartigen Forschungseinrichtungen und Laboratorien ermöglichen
  • deutsche Technologie in Neuseeland demonstrieren, um darauf aufbauend wirtschaftliche Verbindungen herzustellen

Im April 2015 hat das BMBF gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Royal Society of New Zealand eine bilaterale Bekanntmachung im Rahmen der Deutsch-Neuseeländischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie zu folgenden Schwerpunktthemen veröffentlicht:

  • Gesundheitsforschung
  • Produktionstechnologien
  • Umweltwissenschaften mit besonderem Schwerpunkt auf dem Klimawandel
  • Geo-, Meeres- und Polarforschung
  • Ernährung, Agrarforschung und –technik, Biotechnologie
  • Nachhaltige Städte inklusive Erneuerbare Energien
  • Fortschrittliche Produktionstechnologien
  • Zusätzliche Gebiete von herausragender Bedeutung für beide Länder

Im Ergebnis haben die Royal Society, das BMBF und das BMEL seit 2007 annähernd 100 neue Projekte gemeinsam unterstützt.

Die Förderung der Mobilitätsprojekte erfolgt in der Regel durch beide Länder. Es gilt das Prinzip, dass die entsendende Seite alle Kosten übernimmt. Beantragt werden können in Deutschland Flugkosten bis zum Ort des Projektpartners sowie Tagegeld für die Dauer des Aufenthaltes. Die Projekte werden in beiden Ländern bewertet. Es werden Projekte mit Priorität in die Förderung aufgenommen, die von beiden Ländern als förderwürdig angesehen werden. Auswahl der Projekte und Umfang der Förderung erfolgt unter Einbeziehung der von beiden Ländern für die Schwerpunktbereiche benannten Gutachter.