| von Christian Schache

Bulgarien

Die internationale Kooperation in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und Bulgarien steht im Zeichen der Integration Bulgariens in den Europäischen Forschungsraum. Dieser Ansatz wird durch die Förderinstrumente des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur interregionalen Forschungszusammenarbeit in und mit Südosteuropa unterstützt.

Universitätsgebäude in Sofia

© koruin / iStock / Thinkstock

Fördermöglichkeiten

Im Rahmen des Förderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittelost- und Südosteuropa“ (MOEL-SOEL-Bekanntmachung) können laufend Anträge eingereicht werden.

Mit diesem BMBF-Programm werden Finanzmittel für Vorhaben bereitgestellt, welche der Vorbereitung und Antragstellung von Projekten zu thematischen Prioritäten des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 sowie zu anderen forschungsrelevanten EU-Programmen dienen.

Die Fördermaßnahme ist Teil der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung.

Politischer Rahmen

Gemäß des aktuellen Koalitionsvertrags ist es erklärtes Ziel der Bundesregierung das europäische Wissenschafts- und Innovationssystem zu stärken. Ein Fokus liegt neben der bilateralen Innovationsberatung weiterhin auf gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit den neuen Mitgliedstaaten Ost- und Südosteuropas. Hierdurch soll der Europäische Forschungsraum (EFR) weiter gestärkt und seiner Vollendung näher gebracht werden.

Die aktuellen Formate der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) greifen diese Vorgaben auf. Damit soll die Internationalisierung und Europaorientierung deutscher Einrichtungen in Bildung und Forschung gestärkt und ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Durch die Fokussierung auf Schwerpunktthemen gegenseitigen Interesses – insbesondere in den Themenbereichen der Hightech-Strategie der Bundesregierung und in den thematischen Prioritäten des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 – soll die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ausgebaut werden.

Die Kooperation beruht auf einem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Bulgarien über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung vom 25. Februar 1988. Dabei haben es beide Länder verstanden, ihre Kooperation an die sich ändernden Rahmenbedingungen in Europa anzupassen

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Partner aus Bulgarien sind in einigen Projekten internationaler Förderprogramme des BMBF involviert. Beispielhaft sind hier die bis Ende 2017 offene Fördermaßnahme „MOEL-SOEL-Bekanntmachung“ sowie die ausgelaufene Bekanntmachung „Donauanrainerstaaten“ zu benennen.

Besondere Bedeutung findet hierbei, dass die gemeinsamen Projekte am Ende einen Folgeantrag in einem weiterführenden europäischen Forschungsprogramm einreichen. Langfristig soll dies zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und des Innovationspotentials der Partner in führen. Das BMBF greift mit diesen Instrumenten die politischen Ziele der Bundesregierung auf.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Am 01. Oktober 2008 fiel der Startschuss für die Deutsch-Bulgarische Forschungsbasis CoVE. Gemeinsame Forschungsbasen sollen in den jeweiligen Fachgebieten besonders ausgewiesene Forschungs- und Bildungseinrichtungen und die forschende Industrie in beiden Ländern auf der Grundlage bestehender Kooperationen im beiderseitigen Interesse personell, organisatorisch und finanziell miteinander verflechten. Das Ziel besteht darin, durch Schaffung nachhaltiger Strukturen Forschungspotenziale gemeinsam zu entwickeln sowie in der innovationsorientierten angewandten Forschung dynamischere Produkt- und Prozessinnovationen einzuleiten.

Die Idee und das Leitbild von CoVE ist der Aufbau von virtuellen Umgebungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Form von virtuellen Laboren. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Ingenieurwesen, Wissenschaftliches Rechnen/Datenmanagement und Medizintechnik. Die Plattform zeichnet sich durch internationale Forschung und Eingliederung von internationalem fachlichem Austausch in gemeinschaftlich angewandte Ergebnisse aus. Primäre Partner auf deutscher und bulgarischer Seite sind das Karlsruher Institut für Technolgie (KIT) sowie die Technical University of  Sofia (FDIBA).

Am 29. September 2009 ist aus der Forschungsbasis  der eingetragene Verein CoVE „Collaboration in Virtual Environment“ e. V. hervorgegangen.

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), Projektträger unterstützt.