| von Christian Schache

Republik Slowenien

Die internationale Zusammenarbeit ist eine der Prioritäten der slowenischen Forschungs- und Bildungspolitik. Deutschland ist dabei für Slowenien ein wichtiger Kooperationspartner in Europa. Forschende aus beiden Ländern arbeiten in gemeinsamen Projekten aktiv an der Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraumes mit.

Universität Ljubljana Slowenien

Universität Ljubljana © Leonid Andronov / iStock / Thinkstock

Fördermöglichkeiten

Im Rahmen des Förderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittelost- und Südosteuropa“ (MOEL-SOEL-Bekanntmachung) können laufend Anträge eingereicht werden.

Mit diesem BMBF-Programm werden Finanzmittel für Vorhaben bereitgestellt, welche der Vorbereitung und Antragstellung von Projekten zu thematischen Prioritäten des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 sowie zu anderen forschungsrelevanten EU-Programmen dienen.

Die Fördermaßnahme ist Teil der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung.

Politischer Rahmen

Gemäß des aktuellen Koalitionsvertrages ist es erklärtes Ziel der Bundesregierung das europäische Wissenschafts- und Innovationssystem zu stärken. Ein Fokus liegt neben der bilateralen Innovationsberatung weiterhin auf gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit den neuen Mitgliedstaaten Ost- und Südosteuropas. Hierdurch soll der Europäische Forschungsraum (EFR) weiter gestärkt und seiner Vollendung näher gebracht werden.

Die aktuellen Formate der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) greifen diese Vorgaben auf. Damit soll die Internationalisierung und Europaorientierung deutscher Einrichtungen in Bildung und Forschung gestärkt und ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Durch die Fokussierung auf Schwerpunktthemen gegenseitigen Interesses – insbesondere in den Themenbereichen der Hightech-Strategie der Bundesregierung und in den thematischen Prioritäten des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 – soll die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ausgebaut werden.

Die seit 1993 gewachsene und erfolgreiche WTZ mit Slowenien ist dabei beispielhaft für eine flexible Anpassung an die jeweiligen Rahmenbedingungen.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Partner aus Slowenien sind in zahlreichen Projekten internationaler Förderprogramme des BMBF involviert. Beispielhaft sind hier die bis Ende 2017 offene Fördermaßnahme „MOEL-SOEL-Bekanntmachung“ sowie die ausgelaufene Bekanntmachung „Donauanrainerstaaten“ zu benennen.

Besondere Bedeutung findet hierbei, dass die gemeinsamen Projekte am Ende einen Folgeantrag in einem weiterführenden europäischen Forschungsprogramm einreichen. Langfristig soll dies zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und des Innovationspotentials der Partner in führen. Das BMFB greift mit diesen Instrumenten die politischen Ziele der Bundesregierung auf.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Deutschland und Slowenien kooperieren im Rahmen mehrerer Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Molekularen Lebenswissenschaften, darunter im Rahmen der ERA-Netze ERASYSBIO und PathogenoMik beziehungsweise dessen Nachfolgeaktivität Infect-ERA (2013 – 2016). Diese wissenschaftliche Zusammenarbeit wurde zwischenzeitlich durch industrienahe Kooperationen verstärkt.

Vor diesem Hintergrund lief vom 07. Juni 2006 bis zum 31. Juli 2006 eine Bekanntmachung des BMBF und des MHEST: die transnationalen Förderrichtlinie INREMOS. INREMOS diente der Etablierung eines virtuellen deutsch-slowenischen Forschungsinstitutes „Industrierelevante Molekulare Lebenswissenschaften“. Das Auswahlverfahren im August 2006 führte zur positiven Förderungsbewertung eines Projektes mit dem Titel “Systems Biology Tools Development for Cell Therapy and Drug Development“ (SYSTHER). Dieses Projekt ist zum 31.12.2012 ausgelaufen

Die Rolle des Internationalen Büros

Die bilaterale Kooperation der Regierungen sowie der Forschungs- und Entwicklungs-Institutionen wird in Deutschland durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), Projektträger unterstützt.