Spanien

Spanien ist ein wichtiger Partner Deutschlands in der internationalen Zusammenarbeit sowohl für die bilaterale Kooperation als auch für gemeinsame Aktivitäten innerhalb des europäischen Forschungsraumes. Fachliche Schwerpunkte der Kooperation mit Spanien bilden die Bereiche Solarforschung, Gesundheitsforschung und -technologie (z. B. Ambient Assisted Living), Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Biowissenschaften (insbesondere Pflanzenforschung).

Universität Salamanca

Universität Salamanca © jjmillan – Fotolia

 

Politischer Rahmen

Als Folge der Regierungsumbildung im Dezember 2011 wurden die Zuständigkeiten für Forschung und Wissenschaft neu aufgeteilt. Das ehemalige Ministerium für Wissenschaft und Innovation bildet jetzt eines von drei Unterressorts des "Ministeriums für Wirtschaft und Wettbewerb" Ministerio de Economía y Competitividad.

Der spanische Ministerrat hat im Januar 2013 eine neue Strategie für Wissenschaft, Technologie und Innovation verabschiedet. Diese Strategie ist auf sieben Jahre angelegt (2013-2020) und verfolgt vier Hauptziele: Anerkennung und Förderung von Talenten und Beschäftigung, Exzellenzförderung, Unterstützung von Unternehmensführung und Forschung, die sich an den gesellschaftlichen Herausforderungen orientiert. Spanien möchte seine Industrie in strategisch wichtigen Bereichen durch eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Akteuren stärken. Schwerpunktthemen sind Gesundheit, Lebensmittelwissenschaft, Luftfahrtforschung und Tourismus. Der aktuelle Nationalplan für Forschung und Entwicklung 2013-2016 geht auf die einzelnen Schritte der staatlichen Verwaltung und der Dienstleistungen ein und stellt darüber hinaus die Weichen bezüglich der wissenschaftlichen, technischen und sozialen Prioritäten sowie die Verteilung der Mittel.

Schwerpunkte in der Zusammenarbeit

Deutschland und Spanien arbeiten verstärkt auf den Sektoren Solarforschung, Biotechnologie (insbesondere Pflanzengenomforschung), Gesundheitsforschung und - und -technologie (v. a. in Bezug auf den demografischen Wandel)und Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zusammen.

Die multilaterale Kooperation auf dem Gebiet der Pflanzenforschung ist die umfangreichste und nachhaltigste transnationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften in ganz Europa. Seit 2005 wird die Kooperation auf Basis eines programmatischen Papiers (“Cordoba Paper”) durchgeführt: Im Vordergrund stehen Projekte, die auf die Etablierung der pflanzenbasierten Knowledge Based Bio-Economy (KBBE) gerichtet sind, was auf die Erhöhung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit der Partnerstaaten abzielt. Seit September 2007 ist die Zusammenarbeit auf eine neue Stufe gehoben worden: Ein “Memorandum of Understanding” als Grundlage für die Kooperation der kommenden 6 Jahre wurde unterzeichnet. Unter anderem sollen neue Industriebranchen (chemische und pharmazeutische Industrie, Energiewirtschaft) mit einbezogen werden.

In den Bereichen Solarforschung und Astronomie besteht eine langfristige Forschungskooperation mit Spanien. Seit 1980 wird die Plataforma Solar de Almería, ein Testzentrum im Bereich der Solartechnologie, gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Centro de Investigaciones Energetícas, Medoambientales y Tecnológicas (CIEMAT) betrieben.

Weitere Schwerpunkthemen der deutsch-spanischen Kooperation in den letzten Jahren waren Forschungsinfrastrukturen (XFEL, ESFRI-Vorhaben: Solaris, ESFRI-Projekt: LifeWatch), Europäische Forschungspolitik (JPI, Innovationsunion, COST) und ITER.

Höhepunkte der bilateralen Kooperation

Am 17. November 2015 fand das Deutsch-Spanische Forum auf Einladung des Prinzen Felipe von Spanien in Berlin statt.   Gemeinsam mit Bundespräsident Gauck übernahm er die Schirmherrschaft der Veranstaltung; auch Forschungsministerin Wanka und ihr spanischer Amtskollege waren anwesend.

Im Mittelpunkt des achten Deutsch-Spanischen Forums, an dem rund 60 deutsche und spanische Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teilnahmen, standen in diesem Jahr die wechselseitigen Herausforderungen der europäischen Integration. In drei Arbeitssitzungen diskutierten die Teilnehmer über Bildung und Beschäftigungsfähigkeit in beiden Ländern,  die Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter sowie die zukünftige wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Spanien und Deutschland.